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ken auf dem sogenannten Befreiungsfeld 14 . Insgesamt befanden sich Ende April 1946
1.151 Personen in den drei Internierungslagern des Saarlandes: 534 in Theley, 226 in
Binsenthal und 391 in Saarbrücken 15 .
Am 13. April 1946 besichtigte der Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes,
Favre, das Lager Theley 16 . Es befanden sich 516 Männer und 23 Frauen im Lager;
bis auf einige wenige Personen aus dem Elsaß und Lothringen waren es Deutsche.
Aus dem ehemaligen Lager Idar-Oberstein waren einige Internierte mit Hungerödemen
übernommen worden. Favre zeigte sich über das durchweg hohe Alter der Internierten
überrascht. Mit dem Zustand und der Ausstattung des Lagers, das durch die
Internierten selber in Ordnung gehalten wurde, war er zufrieden 17 . Die Ernährung der
Internierten wurde durch den Landrat organisiert; die Rationen waren dieselben wie
für die Zivilbevölkerung. Auch in einem Gespräch mit dem Vertrauensmann der Internierten
und dem Lagerarzt war keine Kritik geäußert worden. Über die Lagerdisziplin
äußerte Favre sich zufrieden: Elle est severe, mais tres humaine et juste. Le regime
des sanctions consiste en arrets de rigueur dans un local d'arrets muni de fenetres
et un second sans fenetre. Pas de repressailles ni de mauvais traitements.
Überhaupt zeigte sich der IRK-Vertreter sehr angetan vom Lager Theley: C'est, ä
n'en pas douter, un des plus jolis camps que nous ayons visites l8 . Auch die religiöse
Betreuung der Internierten wurde geregelt: Im Februar 1946 erhielt Kirchenrat Wehr
die Erlaubnis, künftig Gottesdienste in den Lagern abzuhalten; er versprach sich davon
eine desintoxidation la plus efficace et la plus radicale der Internierten 19 .
Die Überprüfung durch die Untersuchungsrichter
Die Commission de Triage tagte bis Ende Oktober 1946. Dann untersagte ein Telegramm
der Sürete aus Baden-Baden jede weitere Freilassung; die Internierten sollten
zunächst nach den Bestimmungen der Kontrollratsdirektive Nr. 38 eingestuft werden.
Nur anläßlich des Weihnachtsfestes 1946 und des Besuchs General Koenigs in Saarbrücken
wurde eine Ausnahme gemacht und die Freilassung von 110 Internierten an14
Das ehemalige Befreiungsfeld wird heute von der Straße des 13. Januar, Bismarck-, Heinrich Böckingund
Mainzerstraße umgrenzt.
15 CCFA: "Rapport General sur l’epuration", April 1946; AOFAA DGAP c.232 p.49.
16 IRK/Favre an Laffon, 20.5.1946; AOFAA LAFFON c.3 A-D. Das Lager Theley wurde am 11. Oktober
1947 erneut inspiziert, ohne Anlaß zu Beanstandungen zu geben; GMSA: Rapport, Oktober 1947; LA
SB Handelsamt 11.
17 Baden-Baden hatte festgelegt, welcher Lohn den Internierten für ihre Arbeit zukam; 10% des Lohnes
wurde ihnen zurückgelegt, 30% bekam der Lagerkommandant für Ausbesserungsarbeiten im Lager und
Materialausstattung, 30% sollte gemeinnützigen Zwecken zukommen und 30% als Hilfe für notleidende
Kinder; CCFA/SUR 971: Laffon an Grandval, 30.6.1946; MAE NANTES Cab.Pol. 81/28f.
18 Auch der kommunistische Abgeordnete Paul Kärcher sprach im Juli 1951 im Landtag von einem - im
Vergleich mit den Lagern des NS-Regimes - Erholungsurlaub in Theley; Ltag Saar l.WP Drs. 1/113;
Sitzungsbericht, 10.7.1951.
19 Wehr an Grandval, 12.2.1946; AEKSB 08-5/1. Zuvor hatte der zuständige Religionsoffizier in Baden-Baden,
Holveck, Grandval die Erlaubnis dazu erteilt, vorausgesetzt, daß auch katholische und israelitische
(!) Geistliche in die Lager dürften (Holveck nannte sie camp de concentration);
CCFA/DGAA/INT/5.Sect.: Holveck an Andrieu, 28.2.1946; AOFAA DGAP c.1675 p.73.