363
sehen; das SS-Reiterkorps wurde davon ausgenommen. In der französischen Zone
wurde nach dem Urteilsspruch eine Zählung der internierten Mitglieder verbrecherischer
Organisationen vorgenommen; unter den insgesamt 9.700 Internierten befanden
sich 4.534 Personen.
Tabelle 41:
Mitglieder verbrecherischer Organisationen in den Internierungslagern der ZFO: w
Gestapo:
230
SD:
432
Waffen-SS:
865
(- Offiziere:
89)
(- Unteroffiziere:
776)
Allgemeine SS:
1.115
(- Offiziere:
246)
(- Unteroffiziere:
869)
NSDAP:
1.892
(- Gauleiter:
1)
(- Kreisleiter:
61)
(- Ortsgruppenleiter:
1.830)
Summe: 4.534
Nachdem die vom Nürnberger Gerichtshof geforderten Änderungen des Kontrollratsgesetzes
Nr. 10 in den Gremien des Alliierten Kontrollrates stecken geblieben
waren, bildete die Kontrollratsdirektive Nr. 38 die entscheidende Grundlage für die
Internierung und Entnazifizierung der schwer belasteten Nationalsozialisten 20 21 22 .
1.3. Die Entnazifizierung der Internierten
Die Bestimmungen der KR 38 wurden im Frühjahr 1947 mit den deutschen Ländergesetzen
in die Entnazifizierungspraxis umgesetzt. Die bisher bestehenden deutschen
Organe hatten als schwerste Sanktion nur die Entlassung ohne Pension aussprechen
können. Die Militärregierung sah als eigentlichen Zweck der neuen Gesetze die Entnazifizierung
der Internierten an: II s'agit en gros des gens detenus dans des camps
d'internement, c'est ä dire des nazis que par un examen ä priori... nous avons juge
sujfisamment nuisibles pour faire l'objet d'un internement administratif et pour lesquels
il convient maintenant de prendre une solution definitive 22 Mitglieder verbrecherischer
Organisationen sollten jedoch vorerst vom normalen Entnazifizierungsverfahren
ausgenommen und durch französische Militärgerichte verurteilt werden.
20 CCFA/SUR/PG/CAM: Tabelle, 21.10.1946; AOFAA DG AP c.3302 p.91 d.2.
21 CCFA/CAB 13: "Note sur les problemes de ddnazification”, Februar 1948; AOFAA DGAP c.3303
p.97. Siehe das Kapitel D. 1.
22 CCFA/CAB/C 8546: Laffon an die Ländergouvemeure, 22.11.1946; AOFAA DGAP c.3306 p.l 15.