Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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Tabelle  31:
Der  politische  Landesbeirat  (Juli  1947):
CDU:  Josef  Brenner,  Koblenz  (Vertreter  Jakob  Jahn,  Neustadt)
SPD:  Maxim  Kuraner,  Neustadt  (Vertreter  Hans  Becker,  Neuwied)
KPD:  Alfons  Theby,  Biebernheim  (Vertreter  Karl  Breyer,  Neustadt)
DP:  Hans  Jungbluth,  Raversbeuren  (Vertreter  Eugen  Stichter,  Simmem)
AGB:  Michael  Hennen,  Oberlahnstein  und  Karl  Vollmershaus,  Koblenz 5
Die  Sonderstellung  der  Pfalz
Gouverneur  Brozen-Favereau  forderte  eine  organisatorisch  klar  erkennbare  Sonderstellung ­
  der  Pfalz.  Der  ständige  Vertreter  des  Landeskommissars  in  Neustadt  sollte
mit  denselben  Befugnissen  wie  der  Landeskommissar  ausgestattet  werden;  ihm  sollte
auch  ein  politischer  Landesbeirat  zur  Seite  gestellt  werden.  Umfang  und  Organisation ­
  der  französischen  Kontrolle  sollten  sich  nicht  verändern 6 .  Die  pfälzischen  Parteien ­
  ihrerseits  waren  sich  nicht  einig:  Während  sich  SPD  und  KPD  für  einen  Stellvertreter ­
  des  Landeskommissars  in  Neustadt  aussprachen,  befürworteten  die  Christdemokraten ­
  die  Zentralisierung  aller  Organe  in  Koblenz 7 .  Brozen-Favereau  konnte
sich  mit  seinen  Wünschen  nicht  ganz  durchsetzen  -  am  13.  Juni  gab  Laffon  seine  Zustimmung ­
  zu  einer  reduzierten  Sonderstellung 8 .  Die  Kompetenzen  des
1.  Öffentlichen  Klägers  in  Neustadt  sollten  erweitert  werden  sowie  Vertreter  der
pfälzischen  Parteien  im  politischen  Landesbeirat  in  Koblenz  sitzen.  Die  Militärregierung ­
  in  Koblenz  behielt  sich  die  endgültige  Genehmigung  der  Personalvorschläge  für
die  Vorsitzenden  der  Spruchkammer  und  die  Öffentlichen  Kläger  sowie  der  Spruchkammerurteile ­
  vor.  Hettier  de  Boislambert  ermahnte  Brozen-Favereau,  den  direkten
Schriftverkehr  mit  Baden-Baden  einzustellen:  Revenant  enfin  au  teletype  adresse  par
vous  ä  M.  l'Administrateur  General  ...je  vous  rappelle  que  celui-ci  aurait  du  passer
par  mon  canal  pour  parvenir  ä  l'echelon  superieur  9 .
Zur  erweiterten  Präsidialdirektorenkonferenz  in  Neustadt  am  14.  Juli  1947  wurde
auch  Junglas  eingeladen:  Es  ging  um  die  Einrichtung  der  Spruchkammerorgane  in
der  Pfalz.  Kuraner  (SPD)  beanspruchte  für  sich  das  Amt  des  1.  Öffentlichen  Klägers
und  damit  stellvertretenden  Landeskommissars.  Präsidialdirektor  Ritterspacher

5  Im  Dezember  1947  wurde  Vollmershaus  durch  den  Gewerkschaftler  Mattem  Brandt  ersetzt;
GMRP/EPU  4372  u.  6377:  Hettier  de  Boislambert  an  Altmeier,  29.7.  u.  10.12.1947;  AOFAA  DGAP
c.3306  p.l  15  u.  LHA  KO  860/19517757.
6  GMPA/AA  1744:  Brozen-Favereau  an  Laffon,  11.6.1947;  AOFAA  RPP  c.2317  p.7.
7  Die  Parteien  hatten  sich  auf  Einladung  von  Junglas  am  20.  Juni  1947  im  Oberregierungspräsidium  in
Neustadt  eingefunden;  anwesend  waren  auch  Vertreter  der  Gewerkschaften,  der  IHK  sowie  der  noch
amtierende  Oberregierungsvizepräsident  Koch.  Zur  Diskussion  stand  das  weitere  Vorgehen  bei  der
Entnazifizierung.  Ein  Beobachter  der  Militärregierung  vermerkte  danach:  D'apres  les  observations  qui
assistaient  ä  cette  reunion,  il  ne  semblerait  pas  que  les  Allemands  aient  l'intention  de  beaucoup  denazifier.
  Junglas  an  Eichenlaub,  13.6.1947  u.  GMPA/AA:  Bericht,  20.6.1947;  AsD  Bezirk  Pfalz  961  u.
AOFAA  RPPc.2311  p.3/1  d.13.
8  CCFA/CAB/C  5986:  Laffon  an  Hettier  de  Boislambert,  13.6.1947;  AOFAA  DGAP  c.233  p.56.
9  GMRP/CAB  5572:  Hettier  de  Boislambert  an  Brozen-Favereau,  24.6.1947;  AOFAA  RPP  c.2317  p.7.
            
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