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Tabelle 31:
Der politische Landesbeirat (Juli 1947):
CDU: Josef Brenner, Koblenz (Vertreter Jakob Jahn, Neustadt)
SPD: Maxim Kuraner, Neustadt (Vertreter Hans Becker, Neuwied)
KPD: Alfons Theby, Biebernheim (Vertreter Karl Breyer, Neustadt)
DP: Hans Jungbluth, Raversbeuren (Vertreter Eugen Stichter, Simmem)
AGB: Michael Hennen, Oberlahnstein und Karl Vollmershaus, Koblenz 5
Die Sonderstellung der Pfalz
Gouverneur Brozen-Favereau forderte eine organisatorisch klar erkennbare Sonderstellung
der Pfalz. Der ständige Vertreter des Landeskommissars in Neustadt sollte
mit denselben Befugnissen wie der Landeskommissar ausgestattet werden; ihm sollte
auch ein politischer Landesbeirat zur Seite gestellt werden. Umfang und Organisation
der französischen Kontrolle sollten sich nicht verändern 6 . Die pfälzischen Parteien
ihrerseits waren sich nicht einig: Während sich SPD und KPD für einen Stellvertreter
des Landeskommissars in Neustadt aussprachen, befürworteten die Christdemokraten
die Zentralisierung aller Organe in Koblenz 7 . Brozen-Favereau konnte
sich mit seinen Wünschen nicht ganz durchsetzen - am 13. Juni gab Laffon seine Zustimmung
zu einer reduzierten Sonderstellung 8 . Die Kompetenzen des
1. Öffentlichen Klägers in Neustadt sollten erweitert werden sowie Vertreter der
pfälzischen Parteien im politischen Landesbeirat in Koblenz sitzen. Die Militärregierung
in Koblenz behielt sich die endgültige Genehmigung der Personalvorschläge für
die Vorsitzenden der Spruchkammer und die Öffentlichen Kläger sowie der Spruchkammerurteile
vor. Hettier de Boislambert ermahnte Brozen-Favereau, den direkten
Schriftverkehr mit Baden-Baden einzustellen: Revenant enfin au teletype adresse par
vous ä M. l'Administrateur General ...je vous rappelle que celui-ci aurait du passer
par mon canal pour parvenir ä l'echelon superieur 9 .
Zur erweiterten Präsidialdirektorenkonferenz in Neustadt am 14. Juli 1947 wurde
auch Junglas eingeladen: Es ging um die Einrichtung der Spruchkammerorgane in
der Pfalz. Kuraner (SPD) beanspruchte für sich das Amt des 1. Öffentlichen Klägers
und damit stellvertretenden Landeskommissars. Präsidialdirektor Ritterspacher
5 Im Dezember 1947 wurde Vollmershaus durch den Gewerkschaftler Mattem Brandt ersetzt;
GMRP/EPU 4372 u. 6377: Hettier de Boislambert an Altmeier, 29.7. u. 10.12.1947; AOFAA DGAP
c.3306 p.l 15 u. LHA KO 860/19517757.
6 GMPA/AA 1744: Brozen-Favereau an Laffon, 11.6.1947; AOFAA RPP c.2317 p.7.
7 Die Parteien hatten sich auf Einladung von Junglas am 20. Juni 1947 im Oberregierungspräsidium in
Neustadt eingefunden; anwesend waren auch Vertreter der Gewerkschaften, der IHK sowie der noch
amtierende Oberregierungsvizepräsident Koch. Zur Diskussion stand das weitere Vorgehen bei der
Entnazifizierung. Ein Beobachter der Militärregierung vermerkte danach: D'apres les observations qui
assistaient ä cette reunion, il ne semblerait pas que les Allemands aient l'intention de beaucoup denazifier.
Junglas an Eichenlaub, 13.6.1947 u. GMPA/AA: Bericht, 20.6.1947; AsD Bezirk Pfalz 961 u.
AOFAA RPPc.2311 p.3/1 d.13.
8 CCFA/CAB/C 5986: Laffon an Hettier de Boislambert, 13.6.1947; AOFAA DGAP c.233 p.56.
9 GMRP/CAB 5572: Hettier de Boislambert an Brozen-Favereau, 24.6.1947; AOFAA RPP c.2317 p.7.