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durch die deutsche Aufrüstungspolitik, finanzielle Förderung des NS-Regimes, NS-Aktivismus
sowie Fremdarbeiterbehandlung. Außerdem wurden die Betroffenen auf
eine Tätigkeit in Einkaufsgesellschaften im besetzten Frankreich und auf ihr Verhalten
in der Endphase des Krieges gegenüber den Zerstörungsbefehlen des NS-Staates
untersucht 133 .
Von den 30 Industriellen waren bis auf drei - von denen einer erfolglos einen Parteiaufnahmeantrag
gestellt hatte - alle NSDAP-Mitglied gewesen. Bis auf den Bergwerksdirektor
der Saargruben AG und ehemaligen Gauleiter Karl Friedrich Brueck
(Pg seit 1926) traten alle anderen erst 1933 oder später der Partei bei (1933: 10,
1935: 6, 1936/37: 5 und nach 1937: 5). Höhere Ämter innerhalb der NSDAP oder ihren
Gliederungen hatten nur vier Industrielle innegehabt: Gauleiter Brueck, der
NSKK-Standartenführer und damit Leiter der NSKK im Saarland N., der kommissarische
Ortsgruppenleiter E. und der Ortsgruppenamtsleiter B. Der Deutschen Front
hatten nachweislich die Hälfte der hier untersuchten Personen angehört - in den
Spruchkammerverhandlungen fiel dies jedoch nicht ins Gewicht. Zwölf Industrielle
waren Abwehrbeauftragte gewesen und fünf hatten den Titel des Wehrwirtschaftsführers
getragen; bei fast allen Betroffenen hatte ein diesbezüglicher Verdacht bestanden.
Es stellte sich heraus, daß die Abwehrbeauftragten nur die Aufgabe gehabt
hatten, für die Einhaltung der Geheimhaltungsvorschriften bei kriegswirtschaftlicher
Produktion zu sorgen. Zwei Industrielle hatten hohe Posten in der NS-Wirtschaft innegehabt:
Hans Karcher als Präsident der IHK Saarbrücken und Leiter der Wirtschaftskammer
Saarpfalz und Bernhard Seibert als Gauwirtschaftskammerpräsident
134 ; beide wurden als Mitläufer amnestiert.
Nur vier Betroffene waren nach 1945 verhaftet worden: in drei Fällen aufgrund hoher
Parteiämter, in einem Fall wegen des Vorwurfes der Fremdarbeitermißhandlung.
Alle anderen Industriellen arbeiteten über das Kriegsende hinaus weiter, wobei ihre
Betriebe zum Teil unter Sequesterverwaltung gestellt waren. Die Epurationsbescheide
wurden in der Zeit zwischen Februar und Juli 1947 ausgestellt; lediglich der
133 Bei den 30 Personen handelte es sich um den ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Handelskammer
Saarbrücken D., den kaufmännischen Geschäftsführer der Firma Saarländische Stahlwerke Dingler,
Karcher & Cie GmbH K. (ehemaliger Präsident der IHK Saarbrücken und Leiter der Wirtschaftskammer
Saarpfalz), den Geschäftsführer der Firma Seibert GmbH B. (ehemaliger Gauwirtschaftskammerpräsident),
den Betriebsleiter B., den Direktor M. und den Geschäftsführer J. der Firma Jansen Maschinenfabrik
Rohrbach, den Prokuristen G. und den Inhaber K. der Firma Otto Kaiser, den Inhaber der
Firma Gebr. Kreis K., den technischen Direktor der Saar-Ferngas AG K., den Betriebsleiter der Dinglerwerke
Burbach S„ den Abteilungsleiter B., den Direktor H. und den Hüttendirektor H. des Neunkircher
Eisenwerkes, den Betriebsleiter des Neunkircher Eisenwerkes/Abteilung Homburg M„ den Direktor
der Firma Emst Heckei GmbH V., den Direktor der Firma Georg Heckei GmbH W., den stellvertretenden
Geschäftsführer P. und den Fabrikbesitzer F. der Firma Fürst, den Geschäftsführer der
Firma Schneider Werke GmbH S., den Industriellen B., den Geschäftsführer der Baufirma Friedrich &
Co. B„ den Werksdirektor der Saargruben R„ den Fabrikdirektor der Arzneimittelfirma "Pharmacia"
E., den Teilhaber der Firma Chemische Werke Gebr. Neu GmbH N., den Bergwerksdirektor B., den
Betriebsleiter der Burbacher Hütte/Kalkwerk Bübingen H., den Geschäftsführer der Firma Jenewein &
Gapp GmbH J. und den Direktor der Firma Schwinn AG B.; LA SB OSR-Spruchkammerakten.
134 Firmenhandbuch Gau Westmark und Nordbaden 1942/hrsg.von der Wirtschaftskammer Westmark in
Saarbrücken u.a. Ludwigshafen 12 1942.