Volltext: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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lassen worden waren: Diese Lehrer verdanken ihre Eingruppierung dem persönli 
chen Eingreifen des Herrn Kultusministers 103 . 
Die Kontakte zur französischen und amerikanischen Besatzungszone 
Staatskommissar Manderscheid und die Vorsitzenden der Spruchkammerorgane ori 
entierten sich in ihrer Tätigkeit an der Entnazifizierung in der französischen und 
amerikanischen Besatzungszone. Die Spruchkammern zogen in Zweifelsfällen 
Kommentare zum Befreiungsgesetz der amerikanischen Zone heran 104 . Im Mai 1947 
unternahmen Oberregierungsrat Emst Kunkel (Direktion Inneres) und Justitiar Sau 
erland im Auftrag der Verwaltungskommission eine mehrtägige Informationsreise 
nach Hessen und Württemberg-Baden. In Gesprächen mit den Befreiungsministem 
in Wiesbaden und Stuttgart und durch einen Besuch des Internierungslagers Darm 
stadt sammelten sie Anregungen für das saarländische Spruchkammerverfahren 105 . 
Gleich nach Beginn der ersten Spruchkammerverhandlungen bat Manderscheid - in 
Abstimmung mit der Militärregierung - den Befreiungsminister in Württemberg-Ba 
den um exemplarische Spruchkammerurteile gegen unterschiedlich stark belastete 
Nationalsozialisten 106 . 
Der Hohe Kommissar Grandval wandte sich im Januar 1948 gegen die zahlreichen 
Visaanträge saarländischer Beamter. Die Verfassung habe Frankreich die Vertretung 
saarländischer Interessen im Ausland übertragen. Im November 1948 erinnerte 
Hoffmann seine Behördenleiter erneut daran, daß Grandval keine direkten Beziehun 
gen zwischen saarländischen und deutschen Regierungsstellen wünsche 107 . Trotzdem 
unternahmen Sander und Geizleichter im Juni 1948 eine Dienstreise zum Befrei 
ungsministerium in Stuttgart. Manderscheid bat im Oktober zu Vergleichszwecken 
Ministerialdirektor Walther Koransky in Stuttgart und den stellvertretenden Landes 
kommissar Gerhart Wolf in Neustadt um Spruchkammerurteile: Es wird im Saarland 
an hoher Stelle zuweilen die Auffassung vertreten, daß die Entscheidungen der hiesi 
gen Spruchkammern zu milde ausfallen. Demgegenüber habe ich nun bei einer An 
zahl von außerhalb des Saarlandes ergangenen Sprüchen, die hier zur Anerkennung 
vorgelegt worden sind, den Eindruck gewonnen, daß die Sanktionen, die dort ver 
hängt wurden, durchweg milder ausfallen als hier 108 . 
103 Manderscheid an Hoffmann, 9.2.1948; Hoffmann an Manderscheid, 3.7.1948; Manderscheid an Hoff 
mann, 8.7.1948; LA SB OSR 76, Min/Kultus Z II A 2 g 1, SK 1590. 
104 Priese, Johannes und Karl Pokomy: Kommentar zum Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus 
und Militarismus. 4 Bde. Frankfurt/Main 1946; Schullze. 
105 Reisebericht, 6.-9.5.1947; LA SB VK 205 u. Min/Justiz 17. 
106 Manderscheid an Befreiungsminister Kamm, 11.9. u. 17.11.1947; LA SB OSR 80 u. 128. 
107 HCRFS/CAB/POL 1335: Grandval an Hoffmann, 17.1.1948; Hoffmann an Manderscheid, 9.11.1948; 
LA SB OSR 80 u. 129. 
108 Manderscheid, 27.10.1948. Wolf schickte Manderscheid am 24. Februar 1949 die gewünschten Urteile; 
LA SB OSR 129.
	        

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