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Tabelle 27:
Die Vorsitzenden der Spruchkammern nach der RAO (1947-1949):
SprK I: Fritz Wodtke
Eugen Baltes
Reinhold Geizleichter
SprK II: Eugen Baltes
Max Weber
SprK III: Otto Dietz
(Juli 1948- Aug. 1948)
(Sept. 1948 - Febr. 1949)
(März 1949- Juli 1949)
(Okt. 1947 - Aug. 1948)
(Sept. 1948- Nov. 1948)
(Okt. 1947- Nov. 1948)
Laut RAO kamen nur Juristen für den Vorsitz in den Untersuchungsausschüssen in
Frage. Auf Antrag Müllers war diese Bestimmung bereits im Mai 1947 geändert
worden, denn der Mangel an nicht belasteten Juristen ist so groß, daß es nicht möglich
ist, diese Vorschrift aufrechtzuerhalten 26 . Trotzdem konnten die Vorsitzenden
der acht Ausschüsse erst im September 1947 bestimmt werden 27 . Parteien, Gewerkschaften
und die betreffenden Berufsgruppen hatten Beisitzer (geeignete, politisch
unbelastete Personen) zu stellen. Anfang August 1947 setzten sich Manderscheid,
Leroy und die Kreisdelegierten der Militärregierung zusammen, um die Personalvorschläge
zu prüfen 28 .
Nachdem nach langer Suche die neuen Spruchkammerorgane konstituiert worden
waren, zeigte es sich sofort, daß diese sowohl materiell als auch personell nicht ausreichend
ausgestattet waren. Manderscheid mahnte Anfang November 1947 die Bereitstellung
von Mobiliar, Schreibmaschinen und Dienstwagen an. Außerdem forderte
er, daß ihm das Epurationsreferat der Verwaltungskommission unterstellt
werde. Dies konnte er Ende November 1947 mit Hilfe der Militärregierung durchsetzen.
Am 2. Januar 1948 wurde ihm als juristischer Mitarbeiter der Assessor Josef
Sander zugeordnet, der ein halbes Jahr später Sauerland als stellvertretenden Staatskommissar
ablöste 29 . Die Beendigung der Tätigkeit der Verwaltungskommission am
20. Dezember 1947 und der Regierungsantritt von Ministerpräsident Johannes Hoffmann
führten dazu, daß das Staatskommissariat dem Innenministerium zugeordnet
wurde. Das Epurationsreferat umfaßte im Mai 1948 16 Angestellte und zwei
Schreibkräfte; bis Ende August 1949 wurde es wieder auf vier Angestellte reduziert
30 . Der Staatssekretär im Innenministerium, Edgar Hector, galt als der starke
Mann in der Regierung Hoffmann. Aufgrund seiner Herkunft besaß er sowohl die
26 Müller, 23.5.1947; LA SB VK 205. Die Verwaltungskommission stimmte dem Antrag am 23. Mai zu -
auch Leroy hatte nichts dagegen einzuwenden; 91. VK-Sitzung, 23.5.1947; Manderscheid an Müller,
8.7.1947; LA SB VK 205.
27 Manderscheid an Müller, 11.8. u. 11.11.1947; Müller an Manderscheid, 24.11.1947; LA SB VK 205.
28 Jede Partei hatte 26 Personen zu nennen; Kuchenbecker, 5.5.1947; VK/Präsidialreferat: Vermerk von
Frau Schweitzer für Müller, 2.8.1947; LA SB OSR 128 u. VK 166/1.
29 Manderscheid an Kuchenbecker, 3.11.1947, u. an Müller, 12.1.1948. 134. VK-Sitzung, 4.11.1947;
GMSA/DAA/IC 9738: Grandval an Müller, 10.11.1947; Müller: Verfügung, 24.11.1947; LA SB VK
205 u. OSR 128.
30 Reg.Saar./Hoffmann an Grandval: Behördenplan, 6.1.1948; Epurationsreferat: Bericht Raabes, 22.5. u.
23.11.1948; LA SB SK 1243, OSR 76 u. 129.