Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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schließen:  Celles-ci  ne  venaient  qu'en  troisieme  urgence  parce  qu'aussi  bien  les
grands  nazis  etaient  arretes  et  internes,  ils  ne  constituaient  donc  pas  un  danger  immediat.
  Tel  etait  le  programme  8 .
Ende  1946  wurde  die  Entnazifizierung  der  Verwaltung  für  fast  abgeschlossen  und  die
Maßnahmen  in  der  Privatwirtschaft  für  weit  vorangeschritten  erklärt.  Die  Überprüfung ­
  der  Internierten  hatte  noch  nicht  begonnen.  Für  Laffon  kam  daher  eine  Übernahme ­
  des  Entnazifizierungsverfahrens  der  amerikanischen  Zone  nicht  in  Frage:
Dans  ces  conditions  il  ne  peut  etre  question  pour  nous  d’abandonner  cette  politique
  d'elimination  des  plus  inßuents  et  des  plus  coupables  pour  adopter  maintenant
  un  Systeme  de  poursuites  generalisees  comme  en  zone  americaine  qui,  par
les  sentiments  d'insecurite  qu'elles  creent  dans  la  population,  apporteraient  plus
de  troubles  sociaux  que  de  garanties  reelles  ä  l'oeuvre  que  nous  poursuivons  en
Allemagne 9 .
Amal  erstellte  Anfang  November  1946  für  Laffon  einen  Überblick  über  die  bisherigen ­
  Versuche  in  der  französischen  Zone,  die  Entnazifizierung  auf  eine  gesetzliche
Grundlage  zu  stellen.  Seit  dem  Erlaß  der  Direktiven  Ende  1945  war  nur  in  Württemberg-Hohenzollem
  eine  deutsche  Säuberungsverordnung  erlassen  worden;  diese  habe
aber  im  wesentlichen  das  bestehende  Verfahren  legalisiert 10 .  Im  Land  Baden  sei
momentan  ein  Gesetzesentwurf  in  Arbeit,  der  aber  in  seiner  derzeitigen  Form  für  die
Militärregierung  unannehmbar  sei 11 .  Die  anderen  Gouverneure  hätten  auf  der  Konferenz ­
  in  Baden-Baden  am  1.  Oktober  1946  keinen  Handlungsbedarf  gesehen.  Amal
plädierte  trotzdem  für  eine  neue  gesetzliche  Grundlage  der  Entnazifizierung,  um  den
Auftrag  der  KR  38  umsetzen  zu  können.  Er  schlug  die  Übernahme  der  württembergischen
  Verordnung  durch  alle  Länderregierungen  vor:  Je  crois  donc  que  pour  eviter
des  discussions  oiseuses,  et  dans  la  mesure  oü  un  texte  juridique  vous  paraitrait  souhaitable,
  il  y  aurait  lieu  de  demander  aux  Ministres  allemands  d'adopter  purement  et
simplement  le  texte  du  Württemberg  l2 .
Zwei  Wochen  später  kam  er  jedoch  zu  der  Überzeugung,  daß  ein  neuer  Text  notwendig ­
  sei.  Er  plante,  in  enger  Abstimmung  mit  dem  Direktor  der  Justizabteilung  der
GMZFO,  Robert  Schmelck,  einen  Gesetzestext  zu  entwerfen,  der  dann  von  den  deutschen ­
  Länderregierungen  unter  ihrem  Namen  veröffentlicht  werden  sollte:  ll  ne
devrait  etre  admis  que  des  petits  modifications  de  detail  et  encore  cela  n'est-il  pas
souhaitable.  Parallel  dazu  sollten  die  Kontrollbefugnisse  der  Militärregierung  neu
festgelegt  werden 13 .  Auf  dieser  Grundlage  entstand  die  erste  Baden-Badener  Direk8 ­

  CCFA/CAB:  "Projet  de  Conference  de  presse",  12.4.1947;  AOFAA  DGAP  c.3302  p.91  d.l.
9  CCFA/CAB/C  3427:  Laffon  an  die  Ländergouvemeure,  2.4.1947;  MAE  Y  1944—49  d.440/133-135.
Siehe  auch  das  Ergebnisprotokoll  der  Konferenz  der  Ländergouvemeure  am  1.  Oktober  1946:
CCFA/CAB/C  7145:  Laffon,  4.10.1946;  AOFAA  LAFFON  c.3  Serie  4  u.  AP  GG  d.7-U.
10  "Rechtsanordnung  zur  politischen  Säuberung",  28.5  1946;  siehe  das  Kapitel  C.5.2.
11  Zur  badischen  Gesetzesinitiative  des  Staatsrates  Erwin  Eckert:  Grohnert,  S.  172ff.
12  CCF  A/CAB:  Amal  an  Laffon,  5.11.1946;  AOFAA  DGAP  c.3306  p.  117.
13  CCF  A/CAB:  Amal  an  Laffon,  19.11.1946;  AOFAA  DGAP  c.3306  p.l  17.  Der  badische  Justizminister
Paul  Zürcher  wurde  beauftragt,  einen  Gesetzesentwurf  auszuarbeiten;  GMBA/CAB  25:  Gouverneur
Pene  an  Laffon,  26.11.1946;  AOFAA  DGAP  c.233  p.51.  Hierzu:  Grohnert,  S.  178ff.
            
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