Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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Noiret  beurteilte  die  KR  38  als  einen  mittelmäßigen,  sich  selbst  widersprechenden
Text,  der  durch  seine  langwierige  Entstehungsgeschichte  gekennzeichnet  sei
(incontestablement  un  texte  mediocre)\  die  französische  Kontrollratsgruppe  habe  dies
nicht  verhindern  können.  Insbesondere  sei  die  Bestrafung  der  Kriegsverbrecher  und
Verbrecher  gegen  die  Menschlichkeit  nicht  deutlich  genug  von  der  der  politisch
schuldigen  Nationalsozialisten  abgegrenzt.  Seine  Offiziere  hätten  immer  wieder  versucht, ­
  diese  double  confusion  auszuschalten.  Sie  seien  jedoch  stets  auf  den  Widerstand ­
  der  anderen  Alliierten  gestoßen,  plus  speclalement  de  la  delegation  americaine
qui  tenait  ä  un  texte  conforme  ä  la  loi  dejä  en  application  dans  sa  zone.  Die  kompromißbereite ­
  französische  Haltung  habe  letztlich  die  Verabschiedung  einer  alliierten
Entnazifizierungsdirektive  ermöglicht.  Während  die  KR  24  als  eine  charte  de  la  denazification
  anzusehen  sei,  bilde  die  KR  38  die  charte  de  la  punition  et  de  la  securite.
  Noiret  sah  keine  größeren  Schwierigkeiten  für  ihre  Durchführung  in  der  französischen ­
  Zone;  die  bestehenden  Verordnungen  müßten  lediglich  ergänzt  werden:
...  par  son  attitude  conciliatrice,  eile  (die  GFCC;  R.M.)  a  permis  de  realiser  un  accord
  quadripartite  sur  un  texte  qui  permettra  ä  la  zone  frangaise  d'agir  en  fonction
de  ce  qu'elle  a  dejä  realise  et  des  necessites  particulieres  de  la  politique  conduite  par
la  France  en  Allemagne  27 .
Ausblick:  Die  Moskauer  Konferenz  vom  10.  März  bis  24.  April  1947
Der  Rat  der  Außenminister  forderte  für  seine  nächste  Konferenz  in  Moskau  vom  Alliierten ­
  Kontrollrat  die  Vorlage  eines  detaillierten  Berichts  über  die  bisher  durchgeführten ­
  Maßnahmen  zur  Erfüllung  des  Potsdamer  Protokolls  an.  Für  die  Vorbereitung ­
  des  Kapitels  über  die  Entnazifizierung  bat  Noiret  Laffon  um  Informationen 28 .
Der  Service  Epuration  stellte  im  Januar  1947  einen  ausführlichen  Bericht  zusammen
und  schickte  ihn  nach  Berlin.  Er  enthielt  eine  Zusammenfassung  der  bisherigen
Maßnahmen,  Angaben  zum  derzeitigen  Stand  der  Entnazifizierung  und  statistisches
Material 29 .
Auf  der  Moskauer  Außenministerkonferenz  vom  10.  März  bis  24.  April  1947  beschlossen ­
  die  vier  Siegermächte,  den  Alliierten  Kontrollrat  mit  folgenden  Aufgaben
zu  beauftragen:
1.  die  Entnazifizierung  solle  anhand  der  gültigen  Direktiven  beschleunigt  zu  Ende  geführt ­
  werden;
2.  die  Entlassung  ehemaliger  Nationalsozialisten  und  Militaristen  aus  öffentlichen
und  halböffentlichen  Stellen  und  verantwortlichen  Posten  in  der  Privatwirtschaft

27  GFCC/SG/ET  78  u.  SG  2276:  Noiret  an  Koenig,  28.10.1946;  GFCC/SE  665:  Telegramm  Noirets  an
Koenig  (u.  an  Laffon  zur  Information),  14.10.1946;  AOFAA  DGAP  c.232  p.47  u.  GFCC  DGAA  c.97.
28  GFCC/DGAA:  Hontebeyrie  an  Koenig,  25.12.1946;  AOFAA  DGAP  c.232  p.47.
29  CCFA/CAB:  "Projet  de  Rapport:  Ddnazification”,  22.1.1947;  DIAC/MEMO(47)31  Annexe  A:
"Rapport  au  Conseil  des  Ministres  des  Affaires  Etrangdres,  soumis  par  le  Conseil  de  Contröle  pour
l'Allemagne:  Chapitre  II:  Denazification",  17.3.1947;  AOFAA  DGAP  c.232  p.49  u.  c.3302  p.89
d.3010.
            
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