Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

233

entstanden  war.  Im  Saarland  und  in  Rheinland-Hessen-Nassau  wurden  dagegen  öfters ­
  mildere  Sanktionen  wie  Zurückstufungen  verhängt.  Überraschenderweise  wurde
in  allen  untersuchten  Ländern  der  Bereich  der  Inneren  Verwaltung  eher  vernachlässigt, ­
  während  die  Schwerpunkte  im  Justizbereich  und  Erziehungswesen  lagen.  Entlassungen ­
  kamen  vor  allem  in  der  Privatwirtschaft  selten  vor.  Geldbußen  als  Sanktionsart ­
  in  der  Entnazifizierung  der  öffentlichen  Verwaltung  wurden  in  der  Pfalz  systematisch ­
  angewandt,  während  sie  im  Saarland  schwerpunktmäßig  im  Gesundheitswesen ­
  und  im  Informationsbereich  (Presse,  Verlagswesen)  vorkamen.  Die  hohe
Summe  an  Geldbußen  der  Privatwirtschaft  in  Rheinland-Hessen-Nassau  kam  nur
aufgrund  der  Sanktionsvorschläge  zustande  -  zu  diesem  Zeitpunkt  war  noch  keine
Sanktion  rechtskräftig  geworden.

Tabelle  18:
Entnazifizierung  in  derZFO  (Stand  April  1947): 4

Saar

Pfalz

R-H-N

ZFO

A;  untersuchte  Fälle

45.106

111.755

86.245

476.657

B:  mit  Sanktionen

17.746

36.206

26.268

186.535

%  an  A
davon:

40,4%

34,6%

37,1%

39,2%

C:  Entlassungen

4.701

14.878

7.992

53.435

%  an  B

26,5%

41,1%

30,4%

28,6%

D:  Zurückstufungen  u.a.

12.875

19.513

18.202

130.465

%  an  B

72,6%

53,9%

69,3%

69,9%

E:  Einstellung  abgelehnt
F:  Geldbußen  und  Konfiszie-123



1.824

84

2.038

rungen  (in  Mill.  RM)

7,58

117,91

158,08

721,01

4  Innen  =  Innere  Verwaltung,  Erzieh  =  Erziehungswesen,  Econom  =  Privatwirtschaft,  Summe  =  Summe
aller  Bereiche;  CCFA/CAB:  "Epuration  du  personnel  allemand.  Rapport  Gdneral”,  Ende  April  1947;
AOFAA  DGAP  c.233  p.52  d.2.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.