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Zusage, daß er Kremer beauftragen werde, die Einstellung der katholischen Pfarrer
zum Nationalsozialismus zu überprüfen. Nach dieser Vorprüfung könne dann - falls
noch notwendig - ein Entnazifizierungsverfahren stattfinden 92 .
Kremer teilte Neureuter in einem Gespräch mit, daß nach seinem privaten Wissen
kein saarländischer Pfarrer Parteimitglied gewesen sei. Er könne dies aber mit
dienstlicher Exaktheit erst nach einem Überprüfungsverfahren sagen 93 94 . Bomewasser
lehnte weiterhin jede Verantwortung für die Arbeit des Überprüfungsausschusses,
mit dessen Zusammensetzung er nicht befaßt worden sei, ab. Außerdem behielt er
sich jegliche Bestrafung Geistlicher vor. Zum weiteren Vorgehen äußerte er sich nur
verschlüsselt: Damit glaube ich, mein Non Obstat zur Kommission der Epuration der
Geistlichen gegeben zu haben**. Neureuter entschloß sich - mit Zustimmung der
Militärregierung - dieses Schreiben im Sinne einer Erlaubnis zum vorgesehenen
Verfahren zu interpretieren. Er schrieb am 10. Mai an Bomewasser, daß er erleichtert
festgestellt habe, daß dieser von seinen anfänglichen Bedenken Abstand genommen
habe 95 .
Ende April 1946 fand ein Treffen zwischen der Militärregierung und dem Vertreter
des erkrankten Dechanten Kremer, Pfarrer Josef Traut aus Kleinblittersdorf, statt. Als
weltliche Mitglieder des Überprüfungsausschusses wurden vom Regierungspräsidium
Regierungsdirektor Franz Schäfer, Schlossermeister Bergern und Schulrat
Schulz vorgeschlagen. Pfarrer Traut benannte die Dechanten Josef Lieblang, Johann
Klee, Peter Kaeuser und Pfarrer Ewald Detzler 96 . Es dauerte bis Oktober, bis die Militärregierung
den Ausschuß genehmigte. Traut war es inzwischen gelungen, die Zusammensetzung
der Mitglieder in seinem Sinne zu verändern: Statt Dechant Klee
war er jetzt selber Mitglied und als weltliche Vertreter waren neben Schäfer der
ehemalige Minister Bartholomäus Koßmann und Franz Gemmel (gleichzeitig CVP-Vertreter
im CSE) berufen worden 97 . Gegen den Willen Generalvikar Meurers mußten
die saarländischen Geistlichen den politischen Fragebogen dem Ausschuß vorlegen
98 . Im Dezember 1946 konnte Traut dem Bischöflichen Ordinariat das Ergebnis
der Ausschußarbeit überreichen, das sehr positiv für den katholischen Klerus ausge92
GMSA: Grandval an Bomewasser, 2.3.1946; LA SB RP 69/35-39 u. AOFAA DGAP c.3303 p.35 d.3.
Aktenvermerk Neureuters über die Besprechung mit Bomewasser, 18.2.1946; Bomewasser an Neureuter,
20.2.1946; LA SB RP 70/lf. u. 69/30.
93 Vermerk Neureuters über das Gespräch mit Kremer, 14.3.1946; Neureuter an Bomewasser, 15.4.1946;
LA SB RP 70/10, 28 u. BSTA TR 86/68/119.
94 Er erwähnte das vorbildliche Verhalten von Hettier de Boislambert, der in dieser Angelegenheit persönlich
bei ihm vorgesprochen hatte. Den für die dortigen Pfarrer entworfenen Brief habe er bereits
auch an die zehn Dechanten des Saarlandes verschickt; Bomewasser an Neureuter, 24.4.1946; LA SB
RP 70/30 u. BSTA TR 86/68/120.
95 Neureuter an Bomewasser, 10.5.1946; LA SB RP 70/43f.
96 Bericht Trauts an das BO Trier, 1.5.1946; BSTA TR 86/68/123f.
97 Traut an das BO Trier, 3.10.1946; BSTA TR 86/68/129f. u. LA SB RP 70/51.
98 Hierzu: BO Trier: Meurers an Traut, 22.10.1946; Dechant zu St. Wendel, Heibges, an Meurers,
24.11.1946; BSTA TR 86/68/132 u. 141.