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die Katholiken des ehemals preußischen Teils zum Bistum Trier und die Protestanten
zur evangelischen Kirche der Rheinprovinz mit Sitz in Düsseldorf.
Die katholische Kirche - Speyer
Die Anfang 1946 ausgefüllten politischen Fragebögen der Priester der zum Bistum
Speyer gehörenden Gemeinden konnten im Bistumsarchiv Speyer eingesehen werden.
51 Geistliche waren durch den kirchenintemen Säuberungsausschuß im
Bischöflichen Ordinariat überprüft worden. 37 Pfarrer waren politisch unbelastet;
acht Pfarrer waren Mitglied in der NSV, drei beim VDA, einer im Reichskolonialbund
und sechs in der Deutschen Front gewesen. Sanktionen wurden keine verhängt
90 .
Die katholische Kirche - Trier
Am 1. Dezember 1945 informierte Regierungspräsident Neureuter Prälat Philipp
Kremer in Saarbrücken, daß er von der Militärregierung dazu ermächtigt worden sei,
die Entnazifizierung der Geistlichen durchzuführen. Zu diesem Zweck sollte ein aus
sieben Mitgliedern bestehender Säuberungsausschuß (vier Geistliche und drei katholische
Laien) gebildet werden. Neureuter benannte als einen der drei Laienvertreter
Regierungsdirektor Franz Schäfer, Leiter der Justizabteilung im Regierungspräsidium.
Er forderte Kremer auf, ihm Vorschläge für die anderen Mitglieder zu machen.
Abschließend wies Neureuter darauf hin, daß den Entscheidungen des Ausschusses
keinerlei Rechtskraft zukomme. Sie sollten lediglich als Gutachten für die Entscheidung
der zuständigen Stelle, des Bischöflichen Ordinariats in Trier, dienen. Dessen
Generalvikar Meurers untersagte Kremer jede weitere Aktivität in dieser Frage. Er
selbst werde, falls sich Neureuter direkt an ihn wende, Fragen zur Entnazifizierung
der Geistlichen beantworten 91 . Der Grund für die schroffe Reaktion Meurers waren
die Bestrebungen der Militärregierung in Saarbrücken, die saarländischen Gemeinden
aus der direkten Obhut des Bischöflichen Ordinariats in Trier zu lösen. Die Entnazifizierung
der Geistlichen durch einen vom Regierungspräsidium eingesetzten
Ausschuß wurde daher als ein schwerer Eingriff in die Kirchenrechte angesehen. Die
Einrichtung des kirchlichen Überprüfungsausschusses wurde vorerst gestoppt. Gouverneur
Grandval legte aber Wert darauf, daß die Kirche in die allgemeine Entnazifizierung
einbezogen wurde (soumis ä l'epuration au me me titre que tous les autres
agents emargeant au budget d'une collectivite publique). Mitte Februar 1946 erhielt
Neureuter bei einer persönlichen Vorsprache in Trier von Bischof Bornewasser die
sung/hrsg. von Günther van Norden. Köln 1985; Wagner, Thomas: Zwischen Staatstreue und Resistenz.
Die Kirchen und das NS-System an der Saar, in: Zehn statt tausend Jahre, S. 130-145.
90 BSTA SP 28/10. Zum Vertreter des Bischöflichen Ordinariats beim Regierungspräsidium und der Militärregierung
in Saarbrücken wurde im Januar 1946 Pfarrer Peter Eckard aus St. Ingbert ernannt; LA
SB RP 69/47.
91 Neureuter an Prälat Kremer, 1.12.1945; BO Trier: Meurers an Kremer, 1.12.1945; LA SB RP 70/45 u.
BSTA TR 86/68/111.