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stere Haltung gegenüber dem Landeskirchenrat und den baldigen Beginn der Entnazifizierung
(la necessite et l'urgence d'une epuration de ces milieux et pour commencer
de l'Oberkirchenrat du Palatinat). Laffon wies Bouley darauf hin, daß die evangelische
Kirche der Pfalz innerhalb der französischen Zone am stärksten mit DC-Pfarrem
und Nationalsozialisten durchsetzt gewesen sei 65 . Zusammen mit Aumonier
General Sturm konnte die Direction de l'Interieur in Baden-Baden Bouley zu einer
härteren Gangart bewegen. Es sollte deutlich gemacht werden, daß die Militärregierung
den weiteren Verbleib Stichters und Rolands in der Kirchenleitung nicht wünsche.
Die Position der innerkirchlichen Opposition sollte durch die sichtbar werdende
Isolierung der Kirchenleitung gestärkt werden. Als erste Maßnahme wurde beiden
die Reisegenehmigung zur Kirchenkonferenz in Treysa Anfang Mai verweigert 66 .
Auf mehreren Treffen der Kanzlei der EKiD mit Pfarrer Stempel, Aumonier General
Sturm und Vertretern der Militärregierung wurde das Personalproblem offen angesprochen.
Hans Asmussen forderte intern Stempel auf: Kämpfen Sie nicht um verlorene
Positionen, denn die fragliche ist eine, und sagte der Militärregierung zu, daß
spätestens Anfang Juli 1946 eine Synode der pfälzischen Landeskirche stattfinden
werde, auf der das Problem gelöst werden würde 67 . Als sich die Einberufung der
Synode aufgrund innerkirchlicher Streitigkeiten um die richtige Synodalwahlverfassung
immer weiter hinausschob, wurde Baden-Baden ungeduldig. Laffon ordnete
jetzt die von Sturm in einer Note am 4. Juli vorgeschlagene härtere Gangart gegen
den Landeskirchenrat an. Brozen-Favereau müsse den Verantwortlichen klar machen,
daß er eine baldige und schnelle Säuberung der Kirche erwarte. Die Mitglieder
des Landeskirchenrates sollten von der Militärregierung künftig nicht mehr empfangen
werden, um den vorläufigen Charakter der Kirchenleitung deutlich zu machen 68 .
Brozen-Favereau wehrte sich gegen den Vorwurf aus Baden-Baden, er habe sich
bislang nicht energisch genug für eine Entnazifizierung der evangelischen Kirche
eingesetzt. Er habe dieser Frage von Anfang an höchste Priorität eingeräumt, mais il
est evident qu'en raison de la Situation qu'occupe l'Eglise evangelique en Palatinat et
de l'inßuence qu'y ont ses pasteurs et ses hauts dignitaires, il convenait de ne la
traiter qu'avec extremement de delicatesse 69 . Allmählich sah aber auch er die Notwendigkeit
ein, strengere Maßnahmen zu ergreifen. Am 8. August 1946 lud die Militärregierung
mehrere Vertreter der evangelischen Pfarrerschaft zu einer Konferenz
nach Neustadt ein. ln sehr eindringlichen Worten wurde ihnen deutlich gemacht, daß
bei weiteren Verzögerungen die Genehmigung protestantischer Vereine zurückgezogen
und auch sonstige Aktivitäten der evangelischen Kirche behindert werden würden.
Die Erklärungen Stempels für das Verschieben der Landessynode änderten
65 CCFA/DGAA/INT/5.Sect. 1383: Laffon an Bouley, 8.3.1946; AOFAA LAFFON c.19 DGAA/INT
1946. Siehe auch die Note Sturms, 5.3.1946; AOFAA DG AP c.1675 p.73.
66 CCFA/DGAA/INT/5.Sect 2169: Note an Laffon. 18.5.1946; GMPA/SG 1325: Bouley an Laffon.
10.4.1946: AOFAA DG AP c.3303 p.94 d.5 u. RPP c.2318 p.l d.64.
67 EKiD: Asmussen an Pfarrer Stempel u. Bouley, 21.5.1946; EZA 2/137; CCFA: Note. 18.5.1946
(Anm. 66).
68 CCFA/Sturm: Note. 4.7.1946; CCFA/DGAA/INT/5.Sect. 2723: Laffon an Brozen-Favereau.
16.7.1946; AOFAA DG AP c.3303 p.94 d.5 u. LAFFON c.19 DGAA/INT 1946.
69 GMPA/AA/INT 5341: Brozen-Favereau an Laffon. 13.8.1946: AOFAA DGAP c.3303 p.94 cL5.