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Genehmigung vorlegen müsse 15 . Die Kirchenleitung in Düsseldorf ernannte daraufhin
auf ihrer Sitzung am 15. März 1946 den Überprüfungsausschuß, der sich aus den
Mitgliedern der Kirchenleitung Pfarrer Joachim Beckmann, dem Konsistorialrat
Helmut Rößler, den beiden Superintendenten Heinrich Held und Johannes Schlingensiepen
sowie den drei Juristen Konsistorialkirchenrat Hans Ulrich, Paul Schulze
zur Wiesche und Regierungsdirektor Luyken zusammensetzte. Die Militärregierung
akzeptierte die Personen und begrüßte die schnelle Reaktion der Kirchenleitung, die
damit dazu beitrage, diese täche delicate schnell zu beenden. Ziel der Entnazifizierung
der Kirche müsse es sein, diejenigen herauszufinden, qui, par leur attitude ou
leur convictions personnelies, avaient pu contribuer ä developper les idees nationalsocialistes
contre lesquelles les Nations alliees ont du combattre. Beide Seiten äußerten
die Hoffnung, daß ein gegenseitiges Einvernehmen über die erforderlichen
Säuberungsmaßnahmen hergestellt werden könne 16 . Die Kirchenleitung beschloß,
den normalen politischen Fragebogen zu verteilen, da man, so Sachsse in einem
Schreiben an die Superintendenten, daraus am besten ersehen könne, worauf es der
Militärregierung ankomme. Die ausgefüllten Fragebögen wurden der Kirchenleitung
und dem Überprüfungsausschuß vorgelegt, während an die Militärregierung nur ein
knapper Abschlußbericht ging. Sie hatte sich das Recht Vorbehalten, in Ausnahmefallen
nähere Auskünfte zu verlangen 17 . Auf der Superintendentenbesprechung Anfang
Mai in Bad-Kreuznach wurden Bedenken gegen die Verwendung der Fragebögen
laut. Sachsse sagte den Pfarrern zu, daß auf die Beantwortung der Fragen, die
Gewissenskonflikte hervorrufen könnten (zum Beispiel: NS-Tätigkeit von Verwandten),
verzichtet werden könne 18 . Die Abgabe der Fragebögen verzögerte sich,
obwohl die Kirchenleitung auf ein beschleunigtes Verfahren drängte: Bis Ende Juni
1946 hatten erst fünf der elf Synoden sämtliche Fragebögen abgegeben 19 . Hettier de
Boislambert erkundigte sich Ende Juli nach dem Stand der Arbeiten. Sachsse befürchtete,
daß weitere Verzögerungen ein schlechtes Bild auf die evangelische Kirche
werfen würden, zumal nach Zeitungsberichten die Entnazifizierung der katholischen
Pfarrer bereits beendet war 20 .
Beckmann konnte aber erst im September der Militärregierung über die erste Sitzung
des Überprüfungsausschusses berichten, auf dem die Fälle von 141 Pfarrern behandelt
worden waren: Vier Pfarrer waren wegen ihrer Tätigkeit bei den Deutschen
15 Sachsse an die Superintendenten, 21.5.1946; Beckmann an Hettier de Boislambert, 15.6.1946; AEKRH
Bf 15 u. AOFAA RPc.901 p.9.
16 Beckmann an Hettier de Boislambert, 4.4.1946; GMRP/CAB 2188: Hettier de Boislambert an Beckmann,
21.5.1946; AOFAA RPc.901 p.9.
17 Sachsse, 21.5.1946 (Anm. 15); GMRP/EPU 107: Hettier de Boislambert an Laffon, 24.4.1946; AOFAA
RPc. 901 p.9.
18 Sachsse an die Superintendenten, 20. u. 21.5.1946; EZA 2/318/231 u. AEKRH Bf 15.
19 Beckmann u. Sachsse an die Superintendenten, 19., 20.6. u. 5.8.1946; EZA 2/319/159 u. AEKRH Bf
15.
20 GMRP/EPU 479: Hettier de Boislambert an Beckmann, 22.7.1946; Sachsse an Beckmann, 1.10.1946;
AOFAA RP c.901 p.9 u. AEKRH Bf 10.