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Verwaltungsangestellter und ein Prokurist berufen 20 . Boden forderte die Landräte
auf, die Untersuchungsausschüsse zu konstituieren und mit der Entnazifizierung zu
beginnen: Sämtliche Betroffene seien von den neuen Organen in großer Selbständigkeit
bis Mitte Dezember des laufenden Jahres zu überprüfen.
Steinlein legte am 8. Oktober erste Personalvorschläge vor; zwei Wochen später
stand die Zusammensetzung der Bereinigungskommission und der drei Untersuchungsausschüsse
fest. Als Vorsitzender der Kommission war der Regierungsdirektor
im Regierungspräsidium, Philipp Loosen, vorgesehen; zu ständigen Mitgliedern
wurden eine Angestellte beim Bischöflichen Generalvikariat, ein Kaufmann als Vertreter
der jüdischen Gemeinde und ein KPD-Mitglied, Angestellter bei der Stadtverwaltung
Trier, ernannt. Bereits einen Monat später bat Regierungsdirektor Loosen
um Entbindung von seinem Amt, da er als 1. Beigeordneter der Stadt Trier beruflich
zu stark belastet sei; zu seinem Nachfolger wurde der Angestellte beim Arbeitsamt
Trier, Bridi (SPD), ernannt und Mitte Januar 1946 von der Militärregierung bestätigt
21 .
Die neuen Organe nahmen ihre Arbeit mit großer Verzögerung auf. Die allgemein
schwierigen Kommunikationsbedingungen der frühen Nachkriegszeit, die dazu
führten, daß des öfteren Direktiven und amtliche Schreiben verloren gingen, verstärkten
die Anfangsschwierigkeiten 22 . Die große Anzahl der zu behandelnden Fälle
machte schnell deutlich, daß der ursprünglich angestrebte Termin für das Ende der
Verfahren nicht eingehalten werden konnte. Ende Oktober 1945 ordnete Boden daher
an, daß für jedes Mitglied ein Stellvertreter zu ernennen sei, um die ständige Beschlußfähigkeit
sicherzustellen 23 . Auch aus Trier wurde Anfang Dezember gemeldet,
daß mit der Zahl der bestehenden Untersuchungsausschüsse die Arbeit nicht bewältigt
werden könne. Der neue Delegue Superieur Hettier de Boislambert ordnete daher
am 22. Dezember 1945 an, daß in jedem Stadt- und Landkreis ein Untersuchungsausschuß
sowie eine dritte Bereinigungskommission in Montabaur gebildet werden
sollten 24 . Boden forderte die Landräte auf, bei dieser Gelegenheit auch die Zusammensetzung
der bereits konstituierten Organe zu überprüfen: Ich bitte um Überprüfung,
ob die Zusammensetzung des dortigen Untersuchungsausschusses den gegebenen
Richtlinien entspricht, wonach die drei Vertreter der politischen, konfessionellen
20 Im wichtigen Untersuchungsausschuß Koblenz arbeiteten als ständige Mitglieder der Prokurist Peter
Altmeier und die beiden Gewerkschaftssekretäre Josef Brenner und Emst Buschmann; ebd.
21 Reg.präs. Trier: Bericht der Bibliothekarin Annemarie Lange; LHA KO 700/86/1.
22 Boden wies deshalb die Landräte darauf hin, daß das Fehlen einzelner Vorschriften nicht weiter
schlimm sei, da das Wesentliche zur Entnazifizierung in den Direktiven der Militärregierung vom 19.
u. 25. September 1945 erwähnt sei; Boden, 30.1.1946; LHA KO 502/861.
23 Boden, 27.10.1945; LHA KO 469/107. Die Militärregierung rückte ihrerseits, um das Verfahren zu beschleunigen,
im Oktober 1945 von der ursprünglichen Absicht ab, für jeden Betroffenen ein Gutachten
der politischen Polizei anfertigen zu lassen. Künftig war die Regelanfrage nur noch bei Beamten ab der
Stufe des Regierungsinspektors notwendig; GMRH/ADM 69: Note de Service, 19.10.1945; LHA KO
469/107.
24 Bericht Lange (Anm. 21). GMRH/ADM 194: Hettier de Boislambert: Note de Service, 22.12.1945;
AOFAA RPc.1072 p.43.