Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

Der  französische  Historiker  Maurice

ter  der  Militärregierung  in  Baden-Baden, ­
  verglich  im  Sommer  1945  die  Bedeutung ­
  der  Entnazifizierung  für  den
langfristigen  Erfolg  der  Besatzungspolitik ­
  mit  der  Frage  der  Kohle  für  die
Wirtschaftspolitik.  Auch  für  den  Leiter
der  Militärregierung,  Emile  Laffon,
stand  fest,  daß  Frankreich  eine  historische ­
  Mission  zu  erfüllen  hatte:  die
Schaffung  eines  demokratischen,  friedfertigen ­
  Deutschlands.  Die  Entnazifizierung ­
  sollte  dafür  die  personellen  Voraussetzungen ­
  schaffen  und  zugleich  den
deutschen  antifaschistischen  Kräften
ermöglichen,  Verantwortung  zu  übernehmen. ­
  In  diesem  Buch  wird  der  Verlauf ­
  der  Entnazifizierung  von  der  Planung ­
  und  konkreten  Ausgestaltung
durch  die  Militärregierung  bis  zur
Durchführung  in  den  Ländern  Rheinland-Pfalz ­
  und  Saarland  untersucht.  Von
zentralem  Interesse  ist  dabei  der  Stellenwert ­
  und  die  Funktion  der  Entnazifizierung ­
  im  Rahmen  der  allgemeinen
Besatzungspolitik.  Laffon  hatte  von  der
Pariser  Regierung  volle  Handlungsfreiheit ­
  erhalten,  als  er  im  Spätsommer
1945  die  Prinzipien  der  künftigen  französischen ­
  Säuberungspolitik  festlegte.
Im  Alliierten  Kontrollrat  in  Berlin  versuchte ­
  die  Militärregierung  gegenüber
den  anderen  Alliierten,  das  eigene  Entnazifizierungsmodell ­
  durchzusetzen.
Die  französische  Dezentralisierungspolitik ­
  bewirkte,  daß  sich  die  Entnazifiziei"".:'
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rang  trotz  zentraler  Rahmenrichtlinien
in  den  Ländern  unterschiedlich  entwickelte, ­
  Im  Saarland  kamen  Ausweisungen ­
  “unerwünschter  Personen”  und  ehemaliger ­
  NS-Aktivisten  als  weitere  Besonderheit ­
  hinzu.  Auch  unter  den  Bedingungen ­
  der  französischen  Besatzungspolitik, ­
  die  durch  eine  enge  Kontrolle
der  deutschen  Verwaltungen  gekennzeichnet ­
  war,  gab  es  Handlungsspielräume ­
  für  eine  deutsche  Politik.  Diese
wurden  in  den  einzelnen  Ländern  unteriggiifp



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