Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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Februar  1947  16  französische  und  sieben  deutsche  Angestellte;  diese  Zahl  verringerte ­
  sich  im  Sommer  1947  wieder  auf  insgesamt  16  Angestellte 7 .
Nach  Gründung  des  Landes  Rheinland-Pfalz  wurde  in  Erwägung  gezogen,  die
Dienststellen  der  Militärregierungen  in  Neustadt  und  Koblenz  zusammenzulegen.
Amal  lehnte  angesichts  der  vorangeschrittenen  Entnazifizierung  in  der  Pfalz  eine
Zentralisierung  in  Koblenz  ab:  II  serait  anormal  de  subordonner  purement  et  simplement
  le  Palatinat  ä  la  Rhenanie,  en  egard  aux  resultats  obtenus  par  Schneider.
Andererseits  lehnte  er  eine  Ablösung  Roynettes  ab,  da  dieser  parait  mener  convenablement
  son  affaire 8 ;  eine  Zusammenlegung  fand  daher  vorerst  nicht  statt.  Im  April
1949  wurde  der  Koblenzer  Service  Epuration  an  das  Secretariat  Politique  angegliedert ­
 9 .
6.2.  Die  Entnazifizierung  der  Verwaltung
Die  Direktive  vom  25.  September  1945
Am  25.  September  1945  gab  Delegue  Superieur  Gouraud  den  Regierungspräsidenten
in  Trier  und  Koblenz  den  Erlaß  einer  neuen  Entnazifizierungsrichtlinie  bekannt 10 .
Ungeachtet  ihres  vertraulichen  Charakters  wurde  der  Text  der  Baden-Badener  Direktive ­
  vom  19.  September  1945  auch  an  deutsche  Verwaltungen  weitergegeben 11 .
Gouraud  verkündete,  daß  die  Entnazifizierung  fortan  von  deutschen  Antifaschisten
durchgeführt  werden  und  dadurch  ein  höheres  Maß  an  Gerechtigkeit  gewährleistet
sein  sollte  (en  frappant  en  connaissance  de  cause  ceux  qui  ont  donne  des  preuves  de
leur  attachement  au  regime  nazi).  Er  fügte  dem  Text  der  Baden-Badener  Direktive
eigene  Vorschriften  hinzu,  die  die  Arbeit  der  deutschen  Organe  betrafen:  In  jedem
Regierungsbezirk  wurde  eine  Bereinigungskommission  geschaffen,  die  sich  aus  vier
ständigen  Mitgliedern  und  zwei  Vertretern  der  betreffenden  Verwaltung  zusammensetzte. ­
  Die  ständigen  Mitglieder  repräsentierten  das  politische,  konfessionelle  und
gewerkschaftliche  Milieu;  sie  sollten  alle  ausgewiesene  Gegner  des  NS-Regimes
sein.  Die  deutschen  Verwaltungen  wurden  in  fünf  Gruppen  zusammengefaßt:
-  Innere  Verwaltung  mit  Kreisverwaltungen,  Kommunalpolizei,  Sozialversicherungen, ­
  Arbeitsverwaltung  und  öffentliche  Fürsorge
-  Erziehungswesen
-  Ernährung,  Landwirtschaft,  Forsten,  Wirtschaft  und  Finanzen
-  Post  und  Eisenbahn
-  Justiz

7  CCFA/CAB/C  7145:  Laffon  an  die  D&egues  Superieurs,  4.10.1946;  GMRP/EPU:  "Rapport  sur  la  d6-nazification
  dans  le  Land  Rheno-Palatin",  23.9.1947;  GMRP/EPU:  Note,  35.11.1948;  AP  GG  d.7-U,
AOFAA  DG  AP  c.233  p.51  u.  RP  c.901  p.5.
8  CCFA/CAB:  Notizen  für  das  Treffen  der  Ländergouvemeure,  1.10.1946;  AOFAA  DGAP  c.232  p.49.
9  GMRP/CAB  8904:  Hettier  de  Boislambert:  Note  de  Service,  26.4.1949;  AOFAA  RP  c.1049.
10  Reg.präs.  Trier:  Tätigkeitsbericht,  14.9.-13.10.1945;  LHA  KO  700,134/1/24.  GMRH/ADM:  Gouraud
an  die  Bezirksdelegierten,  25.9.1945:  "Epuration  des  administrations";  GMRH/ADM/SG  27:  Note  de
Service,  25.9.1945;  AOFAA  RP  c.1068  p.6a  u.  c.1089  p.30.
11  So  findet  sich  zum  Beispiel  die  Direktive  in  den  Akten  des  Landrates  von  St.  Goarshausen  wieder:
LHA  KO  502/861.
            
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