Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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auf  die  Kontrollratsdirektive  Nr.  24  bezog  und  von  der  Militärregierung  nach  Baden-Baden
  geschickt  wurde 195 .  Ihre  Beratungen  zusammenfassend,  erklärte  die  Sonderkommission ­
  am  31.  Oktober  1946  einstimmig,  daß  aus  juristischen  und  wirtschaftlichen ­
  Gründen  die  Festlegung  des  Begriffes  "Nazifirma"  nicht  möglich  ist,  und  daß
nur  die  Sequestrierung  von  Vermögen  einzelner  Persönlichkeiten  sowie  von  Gesellschaftsanteilen ­
  in  Frage  kommen  kann.  Gleichzeitig  stellte  sie  jedoch  die  angeforderte ­
  Liste  von  Firmen,  deren  leitende  Persönlichkeiten  politisch  schwer  belastet  waren, ­
  zusammen 196 .  Schneider  reichte  das  Schreiben  an  Laffon  weiter.
Tabelle  16:
Mutmaßliche  "Nazi-Firmen"  in  der  Pfalz  (Oktober  1946):
-  Albert  &  Co.  Schnellpresse  (AG),  Frankenthal
-  Baugesellschaft  Gehlen  (KG),  Kaiserslautern
-  Josef  Braun  Schiffswerft  (oHG),  Speyer
-  Bumiller  &  Baumgärtner  (oHG),  Germersheim
-  Deutsche  Metallwerke  (GmbH),  Neustadt
-  Eisenwerke  Kaiserslautern  (AG)
-  Gehlert  Tuchfabrik  (oHG),  Neustadt
-  Gienanth  Gmbh,  Eisenberg
-  Guilini  Chemische  Fabrik  (GmbH),  Ludwigshafen
-  Gusswerke  AG,  Frankenthal
-  Hoffmann  &  Engelmann  AG,  Neustadt
-  Jockers  GmbH,  Weidenthal
-  Klein,  Schanzlin  &  Becker  (AG),  Frankenthal
-  Knoll  AG,  Ludwigshafen
-  K.  Laubscher  und  Söhne  (oHG),  Lambrecht
-  Libelle  Schuhfabrik  Rothaar  (oHG),  Waldfischbach
-  Luchterhand,  Neustadt
-  Gebr.  Mann  (KG),  Neustadt
-  Neustadter  Druckerei  u.  Verlagsgesellschaft
-  Pfälzische  Möbelfabrik  Horxheim  (AG)
-  Pfalzwerke  AG,  Ludwigshafen
-  Saarpfälzische  Nahrungsmittel  GmbH,  Germersheim

195  In  vier  Paragraphen  wurde  festgelegt,  (§  1)  welche  Personen  unter  die  Maßnahmen  fallen  sollten:  Aktivisten, ­
  Militaristen,  Nutznießer  und  Mitläufer;  (§  2)  welche  Sanktionen  zu  verhängen  seien:  Verbot  einer ­
  leitenden  Tätigkeit,  Beschlagnahme  des  Vermögens,  Verbot  einer  Überschreibung  der  Geschäftsanteile, ­
  Herabstufung  und  Zahlung  einer  Geldbuße,  Pensionierung,  Kontrolle  des  Unternehmens  durch
die  IHKs  oder  Handwerkskammern.  §  3  gestattete  den  Sanktionsaufschub  für  eine  bestimmte  Zeit  und
§  4  legte  fest,  daß  der  Oberregierungsvizepräsident  Entnazifizierungsbeauftragter  bleiben  sollte;
GMPA/AA/INT  8673:  Brozen-Favereau  an  Laffon,  30.10.1946:  "Projet  d'une  ordonnance  reglementaire
  concemant  la  d£nazification  de  l’Industrie,  du  Commerce,  de  l'Agriculture  et  des  Entreprises  de
Finances";  AOFAA  DGAP  c.233  p.51.
196  ZSK-Wi-SoKo  an  Koch  u.  Schneider,  31.10.1946;  AOFAA  DGAP  c.3303  p.98  u.  LA  SP  H
13/473/147.
            
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