173
- als Vertreter der Angestelltenschaft:
Jakob Jahn, Ludwig Liese und Echter;
- als Vertreter der Arbeiterschaft:
Karl Breyer, Ludwig Manderschied, Hochreither und Hahn;
- als Vertreter der Antifaschisten:
Karl Sauer und Karl Huber
Die ZSK-Wirtschaft begannen erst im Frühsommer 1946 zu tagen, nachdem die Untersuchungsausschüsse
ihre Arbeit weitgehend beendet hatten 170 . Koch konnte auf
der Präsidialdirektorenkonferenz am 26. April 1946 melden, daß die Entnazifizierung
der Privatwirtschaft sehr gut angelaufen sei 171 . Er habe die Untersuchungsausschüsse
angewiesen, ihre Sanktionsvorschläge kurz zu begründen und die Betroffenen auf ihr
Recht auf persönliche Anhörung hinzuweisen: Ich habe aber ausdrücklich hinzugesetzt,
nur in Sonderfällen; denn wenn wir das allgemein durchgehen lassen, so wird
jeder gehört werden wollen. Er berichtete außerdem von einer vertraulichen Anweisung
aus Baden-Baden, daß ein gewisser Prozentsatz bei Entlassungen nicht überschritten
werden sollte (man soll darauf achten, daß das rote Licht nicht aufflammt),
damit keine größeren Schwierigkeiten technischer Art entstünden 172 . Parteienvertreter
bemängelten die fehlende Courage der Betriebsräte, gegen Nationalsozialisten im
eigenen Betrieb vorzugehen. Kritik kam auch von Regierungspräsident Steffan, der
ein schärferes Vorgehen gegen Wirtschaftsführer sowie eine Ausweitung der Maßnahmen
auf alle Gewerbebetriebe forderte. Eichenlaub schloß die Beratung mit dem
kämpferischen Appell: Wir sind nicht gesonnen, uns eines Tages strangulieren zu
lassen, und unser Standpunkt bei der Entnazifizierung muß nach wie vor sein: "Hart
aber gerecht! " 173 .
Die Entnazifizierung in der BASF, Ludwigshafen
Das Ludwigshafener Werk der IG Farben AG, die Badische Anilin- und Soda-Fabrik
(BASF), stand in dem Ruf, eine Hochburg des Nationalsozialismus gewesen zu sein.
Der neue Betriebsrat wehrte sich dagegen, das Werk für die Politik des Gesamtkonzems,
auf dem die Anklage auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit lastete 174 , ver170
GMPA: Bouley, 16.5.1946; AOFAA DGAP c.233 p.51.
171 Zuvor war die Frage der Gebührenerhebung geregelt worden; ORP: Rundverfügung, 21.2.1946; ORP:
Rechtsanordnung, 27.7.1946; AM Nr. 13/36 u. 52/46 (2.3. u. 16.10.1946), S. 69 u. 563. Präsidialdirektorenkonferenz,
26.4.1946 (Anm. 39).
172 Gümbel vermerkte Anfang Oktober 1946 auf einer ZSK-Sitzung, daß im Vergleich zur amerikanischen
Zone in der Pfalz die Tendenz bestehe, weniger Porzellan (zu) zerschlagen und die Wirtschaft nach
Möglichkeit Weiterarbeiten (zu) lassen', ORP/Abt. Finanzen: Vermerk, 4.10.1946; LA SP H
13/473/216-218.
173 Präsidiaidirektorenkonferenz, 26.4.1946 (Anm. 39).
174 Der Prozeß vor dem US-Militärgerichtshof in Nürnberg fand 1947/48 statt; das Urteil wurde am
29./30. Juli 1948 verkündet. Hierzu: Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben. Eine Interessengemeinschaft
im Dritten Reich. Frankfurt/Main 1979, S. 125ff. u. 207ff.; Heine, Jens Ulrich: Verstand
& Schicksal. Die Männer der IG-Farbenindustrie AG (1925-1945) in 161 Kurzbiographien.
Weinheim 1990, S. 291 ff.; Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt. Die Geschichte der IG Farben
und ihrer Väter. Hamburg 1986, S. 280ff.