Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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bereits  20.000  Fragebögen  von  der  IHK  verteilt  worden 165 .  Die  Konstituierung  der
Untersuchungsausschüsse  zog  sich  länger  als  erwartet  hin;  noch  Ende  Januar  1946
stand  ihre  endgültige  Zusammensetzung  nicht  fest.  Die  Wirtschaftsabteilung  machte
dafür  in  erster  Linie  die  Gewerkschaften  und  die  Berufsverbände  verantwortlich:  Deren ­
  Personal  Vorschläge  seien  nur  sehr  zögerlich  eingetroffen  und  meist  unvollständig
gewesen 166 .  Nachdem  die  Militärregierung  eine  Beschleunigung  der  Arbeit  angemahnt ­
  hatte,  konnte  Koch  am  13.  Februar  1946  die  definitive  Mitgliederliste  der  15
Untersuchungsausschüsse  bekanntgeben 167 .  Eine  Liste  der  Mitglieder  der  beiden  ZSK
war  bereits  im  Januar  der  Militärregierung  zur  Genehmigung  überreicht  worden.  Für
die  Posten  des  Vorsitzenden  waren  keine  qualifizierten  und  politisch  unbelasteten
Wirtschaftsbeamten  gefunden  worden.  Nach  Rücksprache  mit  Magniez  ernannte
Koch  daher  zwei  in  Wirtschaftsfragen  kundige  hohe  Justizbeamte 168 .  Am  20.  Mai
1946  stimmte  General  Bouley  den  Personalvorschlägen  Kochs  für  die  beiden  ZSK-Wirtschaft
  zu 169 .
Tabelle  14:
Mitglieder  der  ZSK-Wirtschaft  (Mai  1946,  unvollständig):
-  als  Vertreter  der  Wirtschaftsverwaltung:
Wilhelm  Wagner,  Oberlandesgerichtsrat  Theo  Höffner,  Oberamtsrichter
Feldbausch  und  Katz  (IHK  Ludwigshafen);
-  als  Vertreter  der  Unternehmerschaft:
Hans  Wulf,  Otto  Gümbel,  Ignaz  Roth  und  Hess;
-  als  Vertreter  der  Ingenieure  und  leitenden  Angestellten:
Karl  Thönessen,  Hans  Lohmeyer,  Wilhelm  Wiss  und  Dreisbach;
-  als  Vertreter  des  Meisterpersonals:
Philipp  Kessler,  Valentin  Kaul  und  Möhler;

165  Aufstellung  der  Firmen,  die  am  2.  Januar  1945  mehr  als  50  Beschäftigte  hatten,  o.D.;  LA  SP  H
13/1041/87-96.  IHK  LU:  Sonderrundschreiben,  20./26.11.1945  u.  Rundschreiben  Nr.  6/45,  5.12.1945;
IHK  LU/Statistische  Abteilung  an  die  Industriebetriebe  in  Hessen-Pfalz,  22.12.1945;  LA  SP  H
13/1041/76  u.  72;  ORP/Abt.II:  Summerer  an  die  Landräte  u.  Oberbürgermeister,  3.1.1946;
GMPA/AA/INT:  "Epuration  du  personnel  allemand",  4.1.1946;  LA  SP  H  13/1041/5  u.  AOFAA  DGAP
c.233  p.51.
166  ORP/Abt.II:  Bericht  Summerers  an  Pieper,  30.1.1946;  LA  SP  H  13/731/206.  Siehe  auch:  ORP/ZSK:
Bericht  über  die  Sitzung  des  Ausschusses  für  die  Bildung  der  Untersuchungsausschüsse,  18.1.1946;
LA  SP  H  13/1058/296-300.
167  GMPA/AA/INT  791:  Magniez  an  Koch,  12.2.1946;  ORP/Koch,  13.2.1946;  LA  SP  H  13/743/399  u.  H
13/731/205.  ORP/ZSK-Wirtschaft:  Personalliste  der  Untersuchungsausschüsse,  o.D.;  LA  SP  R  18/21.
Für  die  Situation  in  Pirmasens  und  Zweibrücken:  AOFAA  RPP  c.2303  p.3  u.  c.988  p.4.
168  Als  Vorsitzende  schlug  Koch  für  die  Pfalz  den  Richter  Theo  Höffner,  für  Rheinhessen  den  Generalstaatsanwalt ­
  Emst  Doller,  den  späteren  Nachfolger  Kochs  als  Oberregierungsvizepräsident,  vor;
ORP/Koch  an  Magniez,  12.1.1946.  Die  Zusammensetzung  der  ZSK  änderte  sich  noch  mehrmals;
Koch,  15.3.1946;  LA  SP  H  13/731/421  u.  H  13/732/1046.
169  Im  Erlaß  Nr.  69  der  Militärregierung  vom  20.  Mai  1946  wurden  insgesamt  14  Namen  für  die  ZSK-Wirtschaft
  Neustadt  und  16  Namen  für  die  ZSK-Wirtschaft  Mainz  genannt;  AM  Nr.  36/46  (13.7.1946),
S.  339,  u.  LA  SP  H  13/744/19  lf.  Von  den  25  Mitgliedern  arbeiteten  im  Oktober  1946  noch  die  Hälfte
in  den  ZSK-Wirtschaft  weiterhin  mit;  ORP:  Vortrag  von  Koch  im  ZSK-Wirtschaft,  18.10.1946;  LA  SP
R  18/21.
            
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