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Dr. KOCH a tendance au laisser-aller. II manque d'application; dans son travail il
est "boheme" et dans ses methodes quelque peu anarchique. Nous ne lui reprochons
rien d'autre ,28 .
Im Auftrag der Militärregierung bat Koch am 18. Mai 1947 die ZSK-Mitglieder um
eine Erklärung, inwieweit sie mit dem bisherigen Entnazifizierungsverfahren unzufrieden,
ob Unregelmäßigkeiten und Schwierigkeiten aufgetreten seien, und ob ein
personeller Wechsel an der Spitze des Verfahrens gewünscht werde 128 129 . Im Gegensatz
zum PSR, der bereits eine Loyalitätserklärung für Koch abgegeben hatte, konnten
sich die ZSK nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen. Es kam zu heftigen Diskussionen
über die Frage, inwieweit die einzelnen Mitglieder an Parteibeschlüsse gebunden
seien. Letztlich wurde mit Zustimmung Kochs beschlossen, die Parteivorstände
zu einer gemeinsamen Beratung einzuladen. Eine Sonderkommission der
ZSK, bestehend aus den Personen Gerhart Wolf, Philipp Kessler (beide SPD), Valentin
Kaul (CDU) und Otto Gümbel (parteilos) bereitete das Treffen vor 130 . Trotz
anfänglicher Zusage erschienen aber nicht alle Parteienvertreter, so daß das Treffen
ohne Ergebnis zu Ende ging. Eine Woche später, am 29. Mai, erfuhren die ZSK-Mitglieder
von der Militärregierung, daß sie mit Inkrafttreten der LVO seit gestern beurlaubt
worden waren 131 .
Das Verhältnis zwischen Koch und der pfälzischen Öffentlichkeit
Das Verhältnis zwischen Koch und den politischen Parteien war von Anfang an sehr
gespannt gewesen. Es entwickelte sich zu einer offenen Feindschaft. Die Militärregierung
stellte im Januar 1947 fest: (Koch; R.M.) est devenu une espece d'ennemi
public No 1, non seulement parce qu'il est le chef de la denazification, mais aussi
parce qu'il se reconnait publiquement comme francophile l32 . Sie sprach damit eine
wichtige Erklärung für die Unbeliebtheit Kochs an: Sein offenes Eintreten für
frankophile, von den meisten Pfälzem als separatistisch angesehene Gruppierungen
133 . Eine weitere Ursache lag in der Persönlichkeit Kochs. "Der Spiegel" schrieb,
128 Die Militärregierung suchte seit Januar 1947 für Koch eine neue Beschäftigung. Sie verhandelte mit
dem zuständigen Universitätsoffizier im Kabinett Laffons, Fritz, um Koch einen Lehrstuhl als Kunsthistoriker
an der Universität Mainz zu verschaffen. Als dies den Studenten bekannt wurde, erklärten sie
ihre Streikbereitschaft. Auch wurde seine Ernennung zum Kunstbeauftragten der Pfalz erwogen; ebd.;
"Der Spiegel" Nr. 46/47 (15.11.1947), S. 3.
129 Siehe die Ausführungen Gümbels auf der Sitzung der am 21. Mai 1947 gewählten ZSK-Sonderkommission
sowie den streng vertraulichen Bericht eines unbekannten ZSK-Mitglieds an Kuraner, o.D.
(Mai 1947); LA SP R 18/21 u. AsD 961.
130 ORP/ZSK-Sonderkommission: Bericht, 21.5.1947; LA SP R 18/21.
131 Bericht, Mai 1947 (Anm. 129).
132 GMPA: Note, 31.1.1947; AOFAA RP c.3181 p. 11 d.46. Die Militärregierung hatte seit einiger Zeit im
Umlauf befindliche Gerüchte über Koch gesammelt. Man sprach sehr viel über sein vie privee un peu
speciale und seinen favoritisme bei der Entnazifizierung; ebd. u. GMPA, 3.1.1947; AOFAA RPP
c.1824.
133 Ende 1947 kam es zu einem letzten Aufflammen der "separatistischen Gefahr" in der Pfalz, was zu einer
erregten Landtagsdebatte am 6. November 1947 und der einstimmigen Resolution aller Fraktionen
gegen jeden Separatismus führte. Oberregierungspräsident Bögler konnte allerdings seine Vorwürfe