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einzelnen ZSK-Bescheiden vom Gouverneur akzeptiert werden würden, der nach
den Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, kaum eine andere Entscheidung
treffen wird 91 . Einen Monat später waren der Militärregierung noch keine Personen
für den PSR vorgeschlagen worden. Schneider ermahnte Koch und forderte ihn auf,
auch Vertreter des Sozialen Volksbundes und zwei Parteilose zu ernennen 92 . Erst am
19. Juni überreichte ihm Koch seine Vorschläge für den PSR - die ZSK-Bescheide
der Mitglieder lagen bei:
Tabelle 13:
Mitglieder des PSR (Juni 1946):
SPD:
CDU:
KPD:
SV:
Karl Hartmann
Fritz Breier
Karl Breyer
Heinrich Kohlhage
Richard Müller und Braun 93
Parteilose:
Vorsitzender war Senatspräsident Karl Matheis vom Oberlandesgericht Neustadt,
sein Stellvertreter zunächst Regierungsdirektor Rittersbach, ab Ende November 1946
Oberlandesgerichtsrat Otto Eberhardt 94 . Am 21. September 1946 gab Koch in den
"Amtlichen Mitteilungen" die Bildung des PSR bekannt:
Das Überprüfungsverfahren für von der "Zentralen Säuberungskommission"
gefällte Fehlurteile und offensichtliche Härtefälle entlassener Beamter, Angestellter
und Arbeiter der öffentlichen Dienste ist genehmigt, Ein zur Bearbeitung
dieser und anderer der Bevölkerung als entschieden zu milde erscheinenden
Fälle bestimmter Ausschuß ... ist eingerichtet 95 .
91 Koch erklärte weiter, daß die Militärregierung bei den bisherigen 1.000 ZSK-Entscheidungen nur in
zwei Fällen eine Änderung vorgenommen habe. Die Süret6 sei kaum in der Lage, mehr zu wissen als
die ZSK; ebd.
92 GM PA/A A/INT 2996: Schneider an Koch, 28.5.1946; LA SP H 13/744/345.
93 Hartmann, Breier und Breyer waren bereits ZSK-Mitglieder. Als Vertreter waren vorgesehen: SPD:
Robert Schwarzwälder (im August 1946 ersetzt durch Maxim Kuraner), CDU: Karl Werner, KPD:
Elise Leffmann (ab August ersetzt durch Ludwig Schlenz), SV: Emst Hellriegel, Parteilose: Heinrich
Saul und Kriegshäuser; ORP/Koch an Schneider, 31.5., 19.6. u. 2.8.1946; LA SP H 13/732/320 u.
139f. u. V 52/219.
94 Der Vorsitzende war nur bei Stimmengleichheit stimmberechtigt; ORP/Koch an Schneider,
25.11.1946; IHK Ludwigshafen: Vermerk Landmessers über eine Unterredung mit Pieper und Summerer,
12.8.1946; LA SP V 52/219 u. IHK LU 33. Als Tagegeld bekamen die PSR-Mitglieder ab
1. September 1946 RM 24.- für nicht Festbesoldete und RM 9.- für Festbesoldete; ORP/Abt. Finanzen:
Mitteilung an den PSR, 28.9.1946; LA SP H 13/473/226. Karl Matheis war erst nach Kriegsende wieder
in die Pfalz gekommen, nachdem er zuvor seit 1935 Landgerichtsrat in Aschaffenburg gewesen
war. Im Dezember 1947 wurde er zum Landgerichtspräsidenten in Kaiserslautern ernannt; "Die Rheinpfalz",
31.7.1968 u. 26.1.1978 (Ich danke Herrn Archivrat Dr. Wolfgang Müller für diese biographischen
Angaben).
95 ORP/Koch, 10.9.1946; AM Nr. 49/46 (21.9.1946), S. 531. Für die Privatwirtschaft war der PSR nicht
zuständig, da hier die Entnazifizierung noch nicht so weit vorangeschritten war; IHK LU, 12.8.1946
(Anm. 94).