Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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einzelnen  ZSK-Bescheiden  vom  Gouverneur  akzeptiert  werden  würden,  der  nach
den  Erfahrungen,  die  wir  bisher  gemacht  haben,  kaum  eine  andere  Entscheidung
treffen  wird 91 .  Einen  Monat  später  waren  der  Militärregierung  noch  keine  Personen
für  den  PSR  vorgeschlagen  worden.  Schneider  ermahnte  Koch  und  forderte  ihn  auf,
auch  Vertreter  des  Sozialen  Volksbundes  und  zwei  Parteilose  zu  ernennen 92 .  Erst  am
19.  Juni  überreichte  ihm  Koch  seine  Vorschläge  für  den  PSR  -  die  ZSK-Bescheide
der  Mitglieder  lagen  bei:

Tabelle  13:
Mitglieder  des  PSR  (Juni  1946):

SPD:
CDU:
KPD:
SV:

Karl  Hartmann
Fritz  Breier
Karl  Breyer
Heinrich  Kohlhage
Richard  Müller  und  Braun 93

Parteilose:

Vorsitzender  war  Senatspräsident  Karl  Matheis  vom  Oberlandesgericht  Neustadt,
sein  Stellvertreter  zunächst  Regierungsdirektor  Rittersbach,  ab  Ende  November  1946
Oberlandesgerichtsrat  Otto  Eberhardt 94 .  Am  21.  September  1946  gab  Koch  in  den
"Amtlichen  Mitteilungen"  die  Bildung  des  PSR  bekannt:
Das  Überprüfungsverfahren  für  von  der  "Zentralen  Säuberungskommission"
gefällte  Fehlurteile  und  offensichtliche  Härtefälle  entlassener  Beamter,  Angestellter ­
  und  Arbeiter  der  öffentlichen  Dienste  ist  genehmigt,  Ein  zur  Bearbeitung
dieser  und  anderer  der  Bevölkerung  als  entschieden  zu  milde  erscheinenden
Fälle  bestimmter  Ausschuß  ...  ist  eingerichtet 95 .

91  Koch  erklärte  weiter,  daß  die  Militärregierung  bei  den  bisherigen  1.000  ZSK-Entscheidungen  nur  in
zwei  Fällen  eine  Änderung  vorgenommen  habe.  Die  Süret6  sei  kaum  in  der  Lage,  mehr  zu  wissen  als
die  ZSK;  ebd.
92  GM  PA/A  A/INT  2996:  Schneider  an  Koch,  28.5.1946;  LA  SP  H  13/744/345.
93  Hartmann,  Breier  und  Breyer  waren  bereits  ZSK-Mitglieder.  Als  Vertreter  waren  vorgesehen:  SPD:
Robert  Schwarzwälder  (im  August  1946  ersetzt  durch  Maxim  Kuraner),  CDU:  Karl  Werner,  KPD:
Elise  Leffmann  (ab  August  ersetzt  durch  Ludwig  Schlenz),  SV:  Emst  Hellriegel,  Parteilose:  Heinrich
Saul  und  Kriegshäuser;  ORP/Koch  an  Schneider,  31.5.,  19.6.  u.  2.8.1946;  LA  SP  H  13/732/320  u.
139f.  u.  V  52/219.
94  Der  Vorsitzende  war  nur  bei  Stimmengleichheit  stimmberechtigt;  ORP/Koch  an  Schneider,
25.11.1946;  IHK  Ludwigshafen:  Vermerk  Landmessers  über  eine  Unterredung  mit  Pieper  und  Summerer,
  12.8.1946;  LA  SP  V  52/219  u.  IHK  LU  33.  Als  Tagegeld  bekamen  die  PSR-Mitglieder  ab
1.  September  1946  RM  24.-  für  nicht  Festbesoldete  und  RM  9.-  für  Festbesoldete;  ORP/Abt.  Finanzen:
Mitteilung  an  den  PSR,  28.9.1946;  LA  SP  H  13/473/226.  Karl  Matheis  war  erst  nach  Kriegsende  wieder ­
  in  die  Pfalz  gekommen,  nachdem  er  zuvor  seit  1935  Landgerichtsrat  in  Aschaffenburg  gewesen
war.  Im  Dezember  1947  wurde  er  zum  Landgerichtspräsidenten  in  Kaiserslautern  ernannt;  "Die  Rheinpfalz", ­
  31.7.1968  u.  26.1.1978  (Ich  danke  Herrn  Archivrat  Dr.  Wolfgang  Müller  für  diese  biographischen ­
  Angaben).
95  ORP/Koch,  10.9.1946;  AM  Nr.  49/46  (21.9.1946),  S.  531.  Für  die  Privatwirtschaft  war  der  PSR  nicht
zuständig,  da  hier  die  Entnazifizierung  noch  nicht  so  weit  vorangeschritten  war;  IHK  LU,  12.8.1946
(Anm.  94).
            
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