149
fizierung. Die Militärregierung würde sich in das laufende Verfahren nicht einmischen
und die Entscheidungen der ZSK akzeptieren. Abschließend verkündete Koch
die Reihenfolge bei der Entnazifizierung: Arbeitsverwaltungen und -ämter, Unterrichtswesen,
Justiz und Polizei, Abteilung des Innern und Finanzverwaltungen,
Forstwesen, Eisenbahn und Pfalzbahn, Post, Gesundheitsämter und andere Behörden
sollten nacheinander gesäubert werden 28 .
Zum Jahresende 1945 waren alle Organe konstituiert 29 . Die Verwaltungen und die
verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hatten ihre Vertreter benannt. Das
Bischöfliche Ordinariat Speyer hatte seine Vertreter (für jeden Untersuchungsausschuß
und die ZSK) bereits am 19. Oktober Koch mitgeteilt 30 . Die Zusammensetzung
der ZSK änderte sich mehrmals. Einige der ständigen ZSK-Mitglieder "der ersten
Stunde" arbeiteten später in führender Stelle im Spruchkammerverfahren weiter 31 .
Anfang Januar 1946 meldete ein Bericht der Militärregierung folgende - unvollständige
- Zusammensetzung:
Tabelle 12:
Mitglieder der ZSK (Januar 1946):
- für das Zentrum und die katholische Kirche:
Prälat Walzer, Hans Fichter, Fritz Breier und Hans Wulf
- für die evangelische Kirche:
Dekan Wien, Pfarrer Köhler und Pfarrer Bergmann
- für die SPD:
Otto Gümbel, Eugen Hertel, Karl Hartmann, Karl Bitsch und August Fuhrmann
- für die KPD:
Karl Breyer, Karl Huber und Ludwig Schlenz
- für die Gewerkschaften:
Jakob Gable, Jakob Jahn und Gerhart Wolf 32
28 ORP: "Bericht über die am 25. Oktober 1945, 14 Uhr, im Oberregierungspräsidium abgehaltenen Besprechungen
über die Durchführung der Entnazifizierung der öffentlichen Dienste"; AOFAA RPP
c.2316 p.5.
29 Grappin, 18./19.2.1946 (Anm. 3). Rückwirkend zum 1. April 1946 erhielten nicht festbesoldete Mitglieder
RM 20.- und festbesoldete Mitglieder RM 9.- pro Sitzungstag. Die endgültige Regelung sah die
Zahlung einer steuerfreien Aufwandsentschädigung von RM 15.- bzw. RM 8.- vor;
ORP/Abt. Finanzen: Vermerk, 29.5.1946; Verfügung, 15.7.1946; LA SP H 13/473/304 u. 56f.
30 BO Speyer, 19.10.1945; BSTA SP 28/10.
31 Justizoberinspektor Fritz Breier (CDU, Öffentlicher Kläger bei der Spruchkammer (SprK) II), Gewerkschaftler
Karl Breyer (KPD, Mitglied im Politischen Landesbeirat), August Fuhrmann (SPD, Öffentlicher
Kläger bei der SprK I), Landrat von Rockenhausen Josef Grün (Oberregierungsrat im Landeskommissariat),
Richter Theo Höffner (Vorsitzender der LagersprK Landau), Angestellter Ludwig
Schlenz (KPD, Leiter der Ermittlungsabteilung in Neustadt), Amtsgerichtsdirektor Wilhelm Wagner
(Leiter der Personalabteilung im LK/Pfalz), Chemiker Gerhart Wolf (SPD, stellvertretender Landeskommissar
für die Pfalz), Kaufmann Hans Wulf (CDU, Öffentlicher Kläger bei der SprK I).
32 GMPA/AA/INT: "Epuration du personnel allemand", 4.1.1946; AOFAA DGAP c.233 p.51. Siehe
auch: ORP: Aufstellungen über die ZSK, o.D. (Anfang November 1945 u. Januar 1946); ORP/Koch an
Magniez, 15.1.1946; BSTA SP 28/10, LA SP H 13/1058/292 u. H 13/731/41 lf. Die ZSK wurden im