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und in der NSBO gefragt. Die Unterscheidung zwischen der SA und der SA-Reserve
sowie der DAF und KdF fehlten. Neu hinzu kamen Fragen nach einer NSDAP-Parteianwärterschaft,
einer Mitgliedschaft im Jungvolk und einer Parteimitgliedschaft
des Ehepartners. Der Betroffene mußte seine politische Tätigkeit nach dem 5. März
1933 kurz schildern 19 . Für die Auswertung des neuen politischen Fragebogens gab
die Militärregierung am 15. Oktober 1945 eine ausführliche Interpretationsanleitung
heraus, die ebenfalls in deutscher Übersetzung (Auswertung des neuen Fragebogens)
als Broschüre erschien. Als Vorlage hatte die Anleitung für den amerikanischen Fragebogen
vom 15. Mai 1945 gedient 20 . Im französischen Einleitungstext wurde auf die
große Bedeutung der Entnazifizierung hingewiesen; die Angaben auf dem Fragebogen
könnten dabei nur einen Hinweis auf die Einstellung des Betroffenen zum NS-Regime
geben: On ne pourra jamais insister assez sur la grandeur de la täche reservee
au Comite d'Epuration et aux Delegations d’Instruction. Leur responsabilite est
lourde, puisque c'est d’eux que dependront finalement l'epuration dans tous les domaines,
la disparition du Nazisme et du Militarisme prussien 21 . Alle Nationalsozialisten,
die nicht automatisch zu entlassen waren, sollten aufmerksam überprüft werden
(categorie speciale). Anhand der Antworten im Teil A 22 zur Staatsbürgerschaft sollte
erkennbar werden, ob der Betroffene freiwillig als ausländischer Faschist die deutsche
Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Adelstitel konnten auf die Herkunft als
preußischer Junker hinweisen; Fragen zur Religion und eines Kirchenaustritts konnten
dazu beitragen, einen NS-Aktivisten zu erkennen 23 . Teil B des Fragebogens
diente der Suche nach Lehrern oder Schülern der nationalsozialistischen Erziehungsanstalten
(NAPOLAS, Adolf-Hitlerschulen); die Mitgliedschaft in einer studentischen
Burschenschaft konnte ein Indiz für militaristische Neigungen sein. Berufsoffiziere
und NS-Führungsoffiziere mußten der Securite Publique gemeldet werden.
Fragen nach der Mitgliedschaft in NS-Organisationen oder anderen Einrichtungen
(Teil E und F) sollten die formale Belastung der Betroffenen feststellen, die Aufzählung
öffentlicher Reden und Schriften eine NS-Propagandatätigkeit offenlegen und
19 Politisches Verhalten nach dem 5. März 1933 (kurze Darstellung): (Besuch von Versammlungen, Veranstaltungen
usw., Verhalten bei Spenden, Verkäufen, Interesse am Zeitgeschehen, Verhalten gegenüber
den sozialen Hilfsmaßnahmen der NSV (Aufnahme von Ferienkindem), Bezieher der NS-Presse);
Gouvernement Militaire en Allemagne. Questionnaire/Fragebogen', AOFAA DG AP c.233 p.51. Zum
Vergleich wurde vom Autor der USFET-Fragebogen MG/PS/G/9a (Rev. 15 May 45) zugrundegelegt.
20 Die Vorlage wird sichtbar durch die starke Herausstellung des "Junkertums" und durch einzelne redaktionelle
Fehler der pfälzischen Anleitung: So wird in drei Fällen auf die falsche Fragennummer (d.h.
auf die richtige im ungekürzten USFET-Fragebogen) verwiesen. GMPA: "Directives: Mise en valeur
du nouveau questionnaires"; ORP: "Auswertung des neuen Fragebogens", 15.10.1945; AOFAA DGAP
c.233 p.51 u. LA SP H 13/473.
21 Ebd.
22 Die Anleitung ging parallel zur Struktur des Fragebogens vor: A. Persönliche Angaben; B. Grundschulund
höhere Bildung; C. Berufs- oder Handwerksprüfungen; D. Chronologische Aufzählung der Hauptanstellungen
und des Militärdienstes; E. Mitgliedschaften; F. Mitgliedschaft oder Dienst in anderen
Organisationen; G. Veröffentlichungen und Reden; H. Einkommen und Vermögen; I. Reisen oder
Wohnsitz im Ausland.
23 Hierbei spielte es eine große Rolle, ob der Betroffene bei der Volkszählung 1939 auf die Frage nach
der Religionszugehörigkeit mit "gottgläubig" geantwortet hatte.