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sten der Behördenbediensteten und deren Fragebögen übergeben wurden 24 . Für den
Landkreis St. Ingbert konnte Landrat Andreas Grieser bereits am Ende des Monats
Neureuter melden, daß die Arbeit der Untersuchungsabordnungen weit vorangeschritten
sei. Die Angaben im Fragebogen und auch das jeweilige Verhalten der Betroffenen
gegenüber der Judenfrage sei gewissenhaft überprüft worden. Als besonders
heilsame Maßnahme habe sich die Umwandlung des Beamtenverhältnisses in
ein jederzeit kündbares Angestelltenverhältnis unter Kürzung der Bezüge erwiesen 25 .
Der Umfang der Säuberungsmaßnahmen erforderte bald die Einrichtung weiterer
Säuberungsausschüsse für die Bereiche Post, Bahn und Saargruben. Die Entnazifizierung
kam unterschiedlich schnell voran: Die Sanktionsvorschläge für die allgemeine
Verwaltung und die Saargruben wurden bereits Ende Januar der Militärregierung
übergeben; das Landesemährungsamt Saar begann dagegen erst Mitte März 1946 mit
der Bildung des Säuberungsausschusses für die Landwirtschaft 26 .
Im Regierungspräsidium war die Leitung der Entnazifizierung von Anfang an institutioneil
dem Personalreferat angegliedert. Neureuter hatte zwar im Juni 1945 die
Anordnung des Neustadter Oberregierungspräsidenten Hermann Heimerich bekanntgegeben,
daß die Ernennung und Entlassung höherer Beamter, Amtsbürgermeister
und Landräte Heimerichs Genehmigung unterliege 27 . Die Eigenständigkeit des Saarlandes
führte jedoch dazu, daß Neureuter in Saarbrücken sämtliche Personalentscheidungen
selber traf. Die Bearbeitung erfolgte durch das Personalreferat 28 . Sein
Leiter war Oberregierungsrat Georg Schulte, später in der Verwaltungskommission
Direktor für Inneres. Schulte hatte 1935 nach Frankreich emigrieren müssen. 1942
war er durch die Gestapo verhaftet und in das Polizeilager "Neue Bremm" eingeliefert
worden. Das Verfahren wegen Landesverrats hatte mangels Beweisen eingestellt
werden müssen; er wurde bis Kriegsende unter Polizeiaufsicht gestellt 29 . Der durch
die politischen Überprüfungen anwachsende Arbeitsumfang erforderte im Januar
1946 eine Erweiterung der Abteilung: Das Hauptbüro wurde künftig von Regierungsrat
Wilhelm Arweiler, das Personalrechtsreferat von Gerichtsassessor Jakob Petto
geleitet. Im Personalreferat wurde ein eigenes Epurationsreferat eingerichtet. Es war
für die Ausarbeitung der Ausführungsbestimmungen zuständig, führte die Dienstaufsicht
über die Epurationsorgane und diente als Verbindungsstelle zur Militärregie24
Neureuter, 3.11.1945; LA SB Min/Kultus Z II A 2 g. Für ihre Tätigkeit bekamen Beamte und Angestellte
der öffentlichen Verwaltung eine Reisekostenvergütung, anderweitig Beschäftigte Fahrkostenersatz,
RM 5.- für Nachtquartier, Verdienstausfall (RM 3.- pro angefangene Stunde) und Aufwandskostenentschädigung;
Neureuter: Verfügung, 10.12.1945; LA SB VK 205.
25 Landrat Grieser, 28.11.1945; LA SB LRA St. Ingbert 32.
26 GMSA: "Rapport mensuel janvier 1946"; Landesemährungsamt Saar an Landrat Grieser, 14.3.1946;
AOFAA CC POL III K 2 p.44 u. LA SB LRA St. Ingbert 32.
27 ORP Mittelrhein-Saar/Heimerich, 11.6.1945; Neureuter, 22.6.1945; LA SB LRA St. Ingbert 32.
28 Reg.präs./Personalreferat: Verfügung, 18.8.1945; LA SB RP 23/7f. Auch die spätere Verwaltungskommission
behielt sich die Ernennung und Entlassung höherer Beamter (ab dem Regierungsrat) vor;
VK: Sitzungsbericht, 10.10.1946; LA SB VK 215.
29 CCFA/CAB/C 7931: Koenig an das CGAAA, 31.10.1946; MAE Z Eö/Sarre 1944--I9 d.l2/42f. u. AOFAA
CC POL III K 3 p.44.