Full text : Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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2.  die  Bildung  deutscher  Organe  für  die  Durchführung  der  Entnazifizierung;
3.  den  Auftrag  an  die  Militärregierungen,  periodische  Berichte  und  Statistiken  für  den
Kontrollrat  anzufertigen.
Auf  der  nächsten  DIAC-Sitzung  wurden  die  französischen  Änderungsvorschläge  abgelehnt. ­
  Der  amerikanische  Sitzungspräsident  verwies  auf  die  bereits  erteilte  prinzipielle ­
  Zustimmung  des  CONL.  Es  wurde  aber  dem  Vertreter  der  GFCC  die  Möglichkeit ­
  eingeräumt,  auf  der  nächsten  Sitzung  erneut  über  die  strittigen  Fragen  zu  diskutieren ­
 36 .
Koeltz  informierte  Laffon  über  diese  Entwicklung.  Laffon  lehnte  den  Entwurf  zur
KR  24  weiterhin  strikt  ab.  Er  äußerte  sein  Unverständnis  über  die  vorgeschlagene
Änderung  des  Parteieintrittsdatums  (riest  que  satisfaction  illusoire)  und  forderte  die
Beibehaltung  der  SHAEF-Handbook-Vorschrift  (1.  April  1933) 37 .  Sein  Telegramm
erreichte  die  GFCC  aber  erst  nach  der  nächsten  DIAC-Sitzung.  Der  französische
Vertreter  wiederholte  die  von  Bapst  formulierten  drei  Forderungen.  Die  Mitarbeit
deutscher  Organe  bei  der  Entnazifizierung  habe  sich  bewährt.  Folgender  Passus
sollte  deshalb  in  den  Direktiventext  aufgenommen  werden:
II  pourra  etre  fait  appel  ä  des  commissions  de  denazification  composees
d'allemands  qui  aideront  le  gouvemement  militaire  et  participeront  ä  ses
travaux  en  matiere  de  revocation  et  d'exclusion  des  nazis  et  de  toute  autre  personne ­
  hostile  aux  buts  allies;  dans  ce  cas  les  commissions  susdites  seront  responsables ­
  devant  le  gouvernement  militaire  et  fonctionneront  sous  sa  surveillance
  et  son  contröle 38 .
Zwei  der  drei  französischen  Forderungen  konnten  nach  discussions  assez  laborieuses
durchgesetzt  werden:  Die  KR  24  nannte  nur  noch  das  Jahr  1937  als  Grenze  für  automatische ­
  Entlassungen  (bevor  die  Mitgliedschaft  in  der  Partei  im  Jahre  1937  ein
Zwang  wurde 39 ),  und  jede  Militärregierung  sollte  dem  Kontrollrat  periodisch  Bericht
erstatten.  Die  Beteiligung  deutscher  Organe  wurde  aufgrund  sowjetischen  Widerstandes ­
  nicht  in  den  Text  aufgenommen.  Der  geänderte  Entwurf  wurde  dem  CORC
zur  erneuten  Zustimmung  vorgelegt.  Ingesamt  sei,  berichtete  Präfekt  Hontebeyrie,
die  Diskussion  trotz  ihrer  langen  Dauer  in  einer  freundschaftlichen  Atmosphäre  verlaufen: ­
  Elle  s'est  deroulee  dans  un  esprit  de  parfaite  courtoisie,  la  delegation  sovietipression

  tres  reelle,  ont  ete  particulierement  nombreuses  en  Mars  et  Avril  1937);  GFCC/Secretariat
Particulier:  Bapst  an  Hontebeyrie,  7.12.1945;  AOFAA  GFCC  DGAA  c.109  p.2;  Curial,  22.11.1945
(Anm.  29).
36  DIAC/M(45)13,  7.12.1945;  AOFAA  GFCC  DGAA  c.109  p.2.
37  GFCC/SG  383:  Koeltz  an  Koenig,  8.12.1945;  CCFA/CAB/C  3673:  Laffon  an  Koeltz,  11.12.1945;
AOFAA  DGAP  c.232  p.47.
38  Zitiert  nach  der  Note  des  DIAC-Sekretariats  für  den  CORC:  DIAC/Memo(45)63,  17.12.1945.  Der
französische  Vertreter  behauptete,  daß  im  Gebiet  der  französischen  Zone  Anfang  1937  die  Parteimitgliedschaft ­
  für  alle  höheren  Beamten  zur  Pflicht  geworden  sei;  D1AC/P(45)98:  Memorandum  du  repr£-sentant
  fran^ais,  8.12.1945;  AOFAA  GFCC  DGAA  c.109  p.2.
39  KR  24,  12.10.1946:  §  10  2  b).  Auf  britischen  Antrag  wurde  im  November  1946  eine  Änderung  vorgenommen: ­
  Der  §  10  erhielt  eine  neue  Fassung,  in  dem  das  Beitrittsdatum  "1.  Mai  1937"  wieder  vorkam
-  allerdings  wurde  den  Zonenbefehlshabem  Spielraum  für  die  Durchführung  gelassen;  Änderung  der
KR  24,  16.11.1946:  DIAC/APSC/Memo(46)32,  17.5.1946;  AOFAA  GFCC  DGAA  c.110  p.2  u.  AB1-KR,
  S.  287.
            
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