Full text: Sozialpolitik im deutschen Südwesten zwischen Tradition und Neuordnung 1945-1953

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54 auf 53 zurück, bei einem Steigen der durchschnittlichen Mitgliederzahl von 1212 
auf 1 299 * 2 Im gleichen Zeitraum blieb es Rheinland-Pfalz bei einer Land- und 
sieben (bis 1946: acht) Innungskrankenkassen, deren Mitgliederzahlen relativ aller 
dings noch stärker anstiegen. In ihrer Tendenz, leistungsfähige Kassen mit einem 
noch überschaubaren, doch wirtschaftlich leistungsfähigen Versichertenkreis zu 
schaffen, hatte die Reform in der französischen Zone also Ziele verfolgt, die sich in 
der weiteren Entwicklung bestätigten. 
Der Zerfall der Einheitskasse, der sich in der französischen Zone 1949/51 vollzog, 
lag tendenziell in der Richtung der langfristigen Entwicklung im Bundesgebiet, 
wie sie Tabelle 14 zeigt. 
Tabelle 14 Die Verteilung der Mitglieder der Gesetzlichen Kranken 
versicherung nach Kassenarten 1938-1982 
Jahr 
Mitglieder 
in Mio. 
Davon entfielen in Prozent auf die 
OKK 
Betriebs- 
KK 
Innungs- 
KK 
Ersatzk. 
d. Ang. 
Ersatzk. 
d. Arb. 
See-KK 
Knappsch.- 
KK 
Landwirtsch. 
KK 
1938 
23,22 
58,24 
17,64 
2,91 
9,84 
0,25 
3,28 
7,82 
1950 
20,20 
68,50 
11,39 
1,97 
8,73 
0,40 
0,10 
5,58 
3,32 
1955 
24,90 
64,83 
11,89 
2,65 
12,33 
0,58 
0,18 
5,36 
2,17 
1960 
27,06 
57,03 
13,30 
3,76 
18,18 
0,85 
0,26 
5,18 
1,73 
1965 
28,74 
53,73 
13,48 
4,33 
21,16 
1,00 
0,25 
4,59 
1,45 
1970 
30,64 
52,07 
13,63 
4,80 
23,08 
1,09 
0,25 
3,67 
1,42 
1975 
33,50 
48,17 
12,74 
4,74 
27,06 
1,08 
0,20 
3,21 
2,81 
1980 
35,40 
46,61 
12,12 
5,14 
29,38 
1,21 
0,17 
2,91 
2,43 
1982 
35,82 
45,78 
11,92 
5,25 
30,49 
1,34 
0,17 
2,76 
2,34 
Quelle: Lampert,Strukturfragen,S.95. 
Vor allem die Ersatz- und die Innungskrankenkassen konnten von 1950 bis 1982 eine 
fast stetige Steigerung ihres Anteils an den Mitgliedern der sozialen Krankenversi 
cherung verzeichnen, wogegen die Ortskrankenkassen, aber auch die von wirtschaft 
lichen Strukturproblemen besonders stark tangierten Knappschaftskassen sich auf 
einem beständigen Rückzug befinden. Seit den 70er Jahren kehrte sich der Aufwärts- 
Trend auch für die Betriebskassen wieder um. 
Während die Gliederung der Rentenversicherung nach der Angleichung von Lei 
stungen und Beiträgen für Arbeiter und Angestellte seit 1957 mehr von machtpoliti 
scher Bedeutung für die Gewerkschaften als von sozialer Relevanz ist, * 43 hat die 
Gliederung der Krankenversicherung, unter der Norm sozialer Solidarität beurteilt, 
viele Ungleichheiten bewahrt. 
Die soziale Krankenversicherung im Jahre 1951, S. A4; desgl. 1952 S. A6; desgl. 1953, 
S. A6. 
43 Vgl. dazu Hockerts, Sicherung im Alter, S. 312 f. Neue Ungleichheiten sind hier allerdings 
durch die betriebliche Altersversorgung entstanden; s. dazu ebd., S. 320 f.
	        

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