Full text: Studien zum Meistersinger Jörg Schiller

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Diese Reime beweisen unzweideutig, daß J. Sch. bereits mhd. 
i diphthongisch gesprochen hat. Dazu kommen außerdem noch 
die Reime: 
geyt (s.): leyt (< legit) III6 
zeit: geit(t) [< gibit] ÜV7; VI 
Dementsprechend sind auch _die Schreibungen des alten Mo¬ 
nophthongen fast überall (4 Ausnahmen!) diphthongisch; sie 
bedeuten also nicht nur fortgeschrittene graphische Darstellung 
der alten Länge: 
i.-i*) dein : peyn IIIU 
mein: dein IV3 
» : sein (inf.) IV5, X4 
sein (gen.): mein X10 
„ (inf.): fein VII2, I7 
schein (s.): fein III3 
wein (s.): sein (inf.) II2 
kaiserein: dein VIII2 
(der) seine (pron.): weine (sg.) 
geyte (s.): neyde(s.) III4 
neydt: zeit III8 
zeit: seit (konjunktion) VII^ 
bleiben : scheibe (inf.) IV7 
weyb (pl.): leyb X6 
bleiben: weyben Xn 
weibe (sg.): scheibe (s.) IX4 
leyden (s., stn.): vermeyden I 
schein (s.): darein VIX 
erentreich : geleich II13 
freudenreich: „ X10 
stätigcleiche : geleiche IX2 
gnadenreich : weich (v.) VIII3 
weyss (adj.): gleiss (v.) VII2 
greyffen : pfeiffen 1I13 
leichen (verb.): verzeichen 
„abschlagen“ IV6 
zwir und treisig:vnfleisig IX2 
schreiben : weyben II8 
auß schneiden : meyden II,0 
weib : (zu ir) scheyb II9 
weybe : treiben IIn 
weyb: treib III3 
treyben : bleiben III5 
Doch4x- geistlichemreichen II10 
geistlich : glich II12 
s?/(pron.): bübere?/II8 
III, 
4) Hierunter sind die Reime des Gedichtes XF (Straßburger 
Druck!!) nicht aufgeführt, da der Drucker selbstverständlich alle 
Belege für frühnhd. ei : ei in I r i abändert, vergl. zyt: gyt XI,, 
rnelody : fry XF2, wyp : Iyp XI3, schyni : fyn XF4 (2 X) und 4 wei¬ 
tere Beispiele, Da ist es dann bedeutsam, daiß er aber unter dem 
Einfiuß der Vorlage, wie ich meine, dreimal den neuen Diphthong 
schon stehen läßt: fein : meyn XF7, weyp : leyp XI7, fein : 
rubín XI)B.
	        
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