Full text: Studien zum Meistersinger Jörg Schiller

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Wicklung: (seit der mbd. Zeit), wie sie sich bei urtserm Dchter 
darbietet, fassen zu können. Alle anderen Reime, die auch 
„gemeinmittelhochdeutsch“ jederzeit hätten gebildet werden 
können oder gebildet worden sind; schalten hier aus; ich 
übergehe sie, da sie mich meinem' Ziel nicht näher bringen 
würden. Neben den Reimen muß ich auch des öfteren noch 
auf die bloße Schreibung der (Reiim)wörter zurückgreifen, 
was ich jeweils bemerken werde. — Die One Men1) bieten 
folgendes Bild: 
A. Der Vokalismus. 
Hierunter fallen die Erörterungen über die Frage der 
Monophthongierung von uo, üe, ie; die neuhochdeutsche Diph¬ 
thongierung des i, ü und iu; die speziell schwäbische Laut- 
e nt Wicklung ä >ao: Vokaldehnungen; Vokalentrundung u. a. 
I. Zur Frage der Monophthongierung: 
Hier ist in den meisten Fällen nur ein Hinweis auf die 
Schreibung der betreffenden Formen und Laute möglich. Im 
ganzen kann man sagen, daß auf der Sprachstufe unserer 
Quellen die mbd. Diphthonge ie, uo, üe bereits im Übergang 
zu den entsprechenden nhd. Monophthongen I, ü, ü, begriffen 
sind. Die graphische Bezeichnung dieser Laute weist aller¬ 
dings noch mehr auf diphthongische Aussprache hin, zumal 
da auch die Schreibung der alten Monophthonge i, u, ü konJ 
staut ist und nicht mit der der alten Diphthonge zuisammen- 
fällt oder vermengt wird; doch unterbleibt auch schon oft 
bei den alten Diphthongen die Bezeichnung der diphthongischen 
Aussprache, der Schreiber setzt den Hauptvokal und vernach¬ 
lässigt den zweiten Bestandteil des Lautes. Der lautliche Pro¬ 
zeß ist eben noch im Fluß. Die Belege für die alten Diph¬ 
thonge sind am zahlreichsten bei mhd. uo: Graphisch erscheint 
meistens ü, ferner u, auch ue (ü) und vereinzelt direkt o; vgl. 
folgende 6 Belege: 
1) Das Gedicht Nr. VIIIT ist wegen seiner lückenhaften Über¬ 
lieferung nicht immer heranziehbar.
	        
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