Full text: Studien zum Meistersinger Jörg Schiller

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ruft sich ja G. Münzer gerade aucli bei J. Schs. Hofton: . 
... die vielen Tonrepetitionen lassen die Melodie nicht schön 
erscheinen.“ Für Will III 792 könnte man ins Feld! führen, 1) 
daß auch sJron A. Puscbmans Aufzeichnungen über 120 Jahre 
nach Erfindung der Schillersehen Töne gemacht sind und' 2) fol¬ 
gendes: J. Schs. Töne waren, wie wir gesehen haben (siehe 
auch noch „Anhang“ II), dauernd sehr beliebt. Seine Melodien 
müssen also wohl leicht zu behalten gewesen sein. Daß aber 
eine Melodie sozusagen „ins Ohr fällt“ und leicht zu behalten ist, 
beruht nicht zum größten Teil auf bloßen Tonrepetitionen! Ob 
J. Schs. Melodien dann so beliebt geworden wären24)? 
Auf eine ausführliche Analyse d!er Schillerschen Melo¬ 
dien, soweit das überhaupt Resultate von Bedeutung ergeben 
würde, kann ich hier verzichten. Ich überlasse das den Musik¬ 
historikern. Beispiele für solche Analysen, an denen sich jeder 
auch schon schulen kann, hat man zur Genüge bei G. Münzer, 
vor allem ausführlich (a. a. 0. S. 13/14) in der Analyse des 
überzarten Fönes von Frauenlob. 
Zum Schluß muß ich noch auf den schon im 2. 'Feil meiner 
Arbeit erwähnten „Fürstenton“ J. Schs. auch von der musi¬ 
kalischen Seite aus eingehen. Nach dem Reimschema fällt er 
ja mit diem „Süßen Fon“ .zusammen. Ist das auch in bezug auf 
die Melodie der Fall? Die Weise findet sich in Feil. V. 182 bl. 
135 r, wo in der Tat ein Gedicht „Im fürsten don Jorg Schil¬ 
lers“ verzeichnet ist; hier haben wir nur die hinzugesetzte 
Melodie zu betrachten. Sie stellt sich folgendermaßen dar: 
f a a ha h c 
ccha haga 
c d e d ch a g 
a c c d cd.ed c c 
hchcde e c d c h a 
! Geschrieben und hier 
auch gelesen im Tenor¬ 
schlüssel 
' 
Geschrieben und hier 
' auch gelesen im Alt¬ 
schlüssel 
Stollenmelodie 
24) Vergf. auch G. Münzers Urteil über J. Schs. Maienweise. 
Diese Melodie würde danach doch schon „reformatoriscben Geist“ 
zeigen?!! Sollte nnserm Dichter dann der „Hofton“ so schlecht ge¬ 
raten sein?
	        
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