Full text: Augsburger Schultheater unter Sixt Birck

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Da auch an dieser Stelle der Akteinschnitt weder aus 
dramatischen noch aus technischen Gründen, sondern nur um 
der klassischen Fünfzahl willen eingeführt ist, soll bei der 
Betrachtung die Einheit der beiden Schlußakte wiederhergestellt 
werden. 
V/l: Daniel fordert Susannas Freilassung. 
V/2: Er verlangt Einzelverhör der Ankläger. Quaesitor: 
„In hemicyclum sistite Achab fervidum Et alterum foras 
„seorsum excludite ..“ Eleter: „Perfide, Mecum veni foras.“ 
(1281/5). 
V/3: Achabs Verhör, er wird fortgeführt. 
V/4: Sedechias wird verhört und der Betrug erkannt. 
Lobgesang des Volkes. 
V/5: Das Volk fordert Steinigung der Verleumder, diese 
werden zusammen vor das Gericht gebracht (1392). 
V/6: Abstimmung, sie werden zum Tode verurteilt. Dann 
wird man auf das Nahen des königlichen Zuges auf¬ 
merksam (1496). 
V/7: Der Signaeus des Königs bemerkt „en contio populi 
Israel non. infrequens .." (1802). Nabuchadnosor: 
„Videniur veile nos accedere. Sistamus hic! .." (1520)1 
Die Versammlung zieht dem König entgegen. Äuaesitor: 
Patres eamus orrmes obviam!..“ (1522). Achschedar 
(im Gefolge des Königs) „Veniuni, o rex .Quaesitor: 
„Vivat.. rex!" Der König bestätigt das Urteil: Nunc 
exseortio vobis commissa sit! Non hic necis spectabimus 
spedaculum.“ (1570). 
V/8: Der Quaesitor beglückwünscht Susanna zu ihrer 
Rettung; sie geht mit ihren Angehörigen nach Hause, 
um nicht Zeugin der Hinrichtung zu sein (1687). 
V/9: Sedechias und Achab sprechen zum Volk, dann 
werden sie gesteinigt (1765), ihre Leichen fortgebracht 
(1770). Der Praeco schickt das Volk nach Hause. 
Die beiden letzten Akte bestätigen durchaus die als zwei¬ 
teilig angenommene Bühne, einen entscheidenden Beweis 
liefert die Szene V/7, die in der deutschen Fassung fehlt: 
der Zug des Königs nähert sich der Versammlung und trifft 
mit den entgegenziehenden Richtern zusammen. Hier sind 
innerhalb einer Szene zwei zunächst räumlich geschiedene Spiel¬ 
gruppen wechselnd oder — richtiger — gleichzeitig in Aktion, 
zwei Gruppen, die sich gegenseitig aus einer gewissen Entfernung 
beobachten, ehe es zur Begegnung kommt. Diese Situation 
setzt — wie alle in der lateinischen Bearbeitung eingefügten 
Szenen — eine besondere Weiträumigkeit voraus, zumal in
	        
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