Full text : Zur Entwicklung und Bedeutung des deutschen Meistergesangs im 15. und 16. Jahrhundert

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ferner,  wie  schon  bei  Deinhardstein,  den  Diebstahl  eines  Manuskripts,
  und  weiter  einen  lächerlichen  Nebenbuhler  in  Liebe  und
Poesie,  die  Begeisterung  des  Volkes  für  Lachs,  selbst  die  humorvolle
  Auffassung  des  Zchustergewerbes.  Vielleicht  kommt  sogar
Ferdinand  Naimunds  „Gefesselte  Phantasie"  mit  ihrem  Längerkampf
  um  die  Hand  Hermiones  als  Cfuelle  Wagners  in  Betracht').
Von  wissenschaftlichen  Hilfsmitteln  hat  Wagner,  der  einmal
die  Lelbständigkeit  seiner  Dichtung  betont"),  nur  Jacob  Grimms
Streitschrift  über  den  Meistergesang,  Wagenseil  und  in  zweiter
Linie  die  Darstellung  des  Meistergesangs  bei  Gervinus  benutzt).
von  den  äußeren  Ereignissen  in  Sachsens  Leben  hat  Wagner
  nur  wenig  in  seine  Dichtung  übernommen:  seine  verwitwung,
der  Tod  seiner  Mnder  werden  erwähnt-  und  bei  Wagner  wie

')  E.  v.  Komorzpnski  nimmt  (Euphorion  Bd.  8,  1901,  5.  340  ff.)
als  die  Lluelle  für  Wagners  (Quellen  und  zugleich  für  Kleists  ..Käthchen
von  kfeilbronn"  das  Lustspiel  ,,Liebhaber  und  Nebenbuhler  in  einer  Person"
(1790)  von  5-  w.  Ziegler  an  mit  seinem  Gegensatz  und  der  Verbindung  von
kldel  und  Bürgertum.  Auf  Kleists  Drama  führt  er  auch  das  wagnerfche
TTtotio  zurück,  daß  Evchen  im  Bilde  des  Königs  David  gleichsam  den  Kitter
liebt,  ehe  sie  ihn  kennt  —  was  ich  nicht  für  notwendig  halte:  man  denke
nur  an  die  ganz  ähnlichen  Vorgänge  bei  Senta  und  Elsa.  Der  Stammbaum
des  wagnerschen  Werkes  würde  sich  also,  alle  Eventualitäten  mit  einbezogen
  (von  den  wissenschaftlichen  Quellen  ist  hier  natürlich  abgesehen)  folgendermaßen
  ausnehmen:

Ziegler

Zur  Eluellengefchichte  des  wagnerschen  Dramas  vgl.  jetzt  besonders  K  o  e  t  h  e,
Sitz.ber.  d.  Kk.  d.  Wifs.,  Berlin  !9l9,  S.  673  ff.
2i  K.  wagner,  Briefe  an  !K.  Wesendonk,  32.  tlufl,  Berlin  1908,
Nr.  128.  S.  295;  s.  auch  Mein  Leben  S.  794  f.
3)  Mein  Leben  S.  360.  788.
            
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