Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Berichte  darstellten,  und  namentlich  die  Berichte  der,Kölnis  chen  Zt  g.',
die  ja  sehr  ausführlich  seien,  geschehen  solle.  Mit  Rücksicht  aut  diese
Vermuthung,  die  ja  jedenfalls  sachlich  sehr  nahe  liege,  wolle  er  seinerseits
konstatiren,  daß  diese  ausführlicheren  Berichte  in  den  aller  wesentlichsten
  Punkten  unrichtig  seien,  weil  diese  Berichte  nicht  lediglich
  stenographische  Berichte  seien,  vielmehr  die  Herren  Reporter  gewisse
Resultate  theilweise  kontradiktorischer  Verhandlungen  ihrerseits  r  e  s  umiren,
  die  Ergebnisse  derselben  zusammenfassen,  eine  Aufgabe,  die  von
der  größten  Schwierigkeit  sei.  Er  wolle  ihnen  damit  keinen  Vorwurf
machen,  weil  es  die  schärfste  Auffassung,  das  beste  juristische  Indizium
erfordere,  das  Resultat  einer  oft  mehrstündlichen  Verhandlung  in  einigen
wenigen  Sätzen  zu  firiren,  und  daraus  erkläre  es  sich  natürlich,  wie  die
schiefsten  und  allerverkehrtesten  Notizen  über  diese  Verhandlungen
  in  die  Zeitungen  gelangten.  Die  Vertheidigung  bitte  deßhalb
  den  Herrn  Präs.,  Alles  zu  verordnen,  was  dienlich  erscheine,  um
die  Möglichkeit,  daß  solche  Berichte  zu  dein  fraglichen  Zwecke  benutzt
>  würden,  abzuschneiden,  damit  kein  falsches  Bild  der  Verhandlung  entstehe.
  Es  sei  Pflicht  der  Vertheidigung,  auf  diesen  Punkt  schon  jetzt  hinzuweisen."

Der  Präs.  erwidert,  daß  er  die  bezüglichen  Anordnungen  bereits
getroffen  habe;  er  habe  dem  Sekretär  aufgegeben,  Notizen  zu  führen/
die  er  selbst  überwachen  werde,  so  daß  also  niemals  die  .Kölnische
Ztg/  als  Maßstab  dessen,  was  vorgegangen  sei,  dienen  solle.  Fernererklärt
  der  Präsident,  er  könne  nicht  alle  Berichte  lesen,  die  über  die
Verhandlungen  erschienen;  er  habe  den  Bericht  der  .Kölnischen  Ztg.'
allerdings  nicht  ganz  genau  gelcseu,  aber  so  sehr  iu  die  Augen  springende
  Fehler  habe  er  in  derselben  nicht  gefunden,  sonst  würde  er  mit
deren  Vertretern  gesprochen  und  das  Nöthige  veranlaßt  haben.
Verth.  Bachem  bemerkt,  er  sei  dem  Herrn  Präs.  für  die  beruhigende
  Erklärung  sehr  dankbar;  aber  er  hebe  hervor,  daß  doch  nach  der
Auffassung  deS  Herrn  Präsidenten  diese  Zeitungsberichte  gewiffermaaßen
als  Unterlage  zur  Abfassung  der  Protokolle  benutzt  werden  könnten.
Präs.:  Er  habe  das  nicht  gesagt,  es  wäre  aber  möglich,  daß
solche  Blätter  als  Akteumaterial,  nicht  aber,  um  beim  Protokolle  benutzt
zu  werden,  beigelegt  würden.
Die  Vertheidigung  behält  sich  im  gegenwärtigen  Stadium  ausdrücklich
  einen  bezüglichen  Antrag,  der  noch  später  zu  motiviren  wäre,  vor.
            
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