Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Zeuge:  „Tr.  Thömes  ist  ein  durchaus  ehrenhafter  Charakter,  aber
er  leidet  an  einem  Fehler,  der  bei  ihm  als  Schriftsteller  leider  besonders
ins  Gewicht  füllt,  er  leidet  nämlich  an  allzugroßer  Uebergelehrsamkeit
und  in  Folge  dessen  an  etwas  Formlosigkeit.  —  Ich  möchte  noch  bemerken,
da  es  mir  darauf  anzukommen  scheint,  daß  der  Herr  Past.  Neureuter  sich  nicht
im  Entferntesten  Mübe  gegeben  hat,  die  Mary.  Angelegenheit  in  der
öffentlichen  Presse  besprochen  zu  sehen;  daß  ich  den  Herrn  wiederholt
habe  bitten  müssen,  mir  Mittheilungen  über  die  Vorgänge  in  Marpingen
zu  machen,  daß  ich  mei.'es  Erinnerns  aber  auf  zwei  Briefe  gänzlich
ohne  Antwort  geblieben  bin.  Es  geht  daraus  deutlich  hervor,  bafe
der  Herr  Pastor  sich  nicht  im  Mindesten  Mühe  gegeben  hat,  die  Vorgänge
  in  seinem  Orte  zu  besonderer  Publizität  gelangen  zu  lassen."
Präs.:  „Zeuge  kann  abtreten."
Maria  Pfeifer,  31  I.,  aus  Sohren.  Sie  nimmt  ausdrücklich
auf  ihren  Eid,  daß  sie  im  Sept.  1877,  um  Heilung  von  ihrer  Krankheit
  zu  finden,  nach  Marpingen  sich  habe  fahren  lassen.  Sie  sei  an  der
Gnadenquelle  gewesen  und  habe  dort  wirklich  wunderbare  Heilung  gefunden.
  Sie  sei  von  dem  11.  Jahre  ihres  Lebens  an  bis  zum  Sept.
des  Jahres  1877  ununterbrochen  krank  gewesen,  habe  durchaus  nicht
gehen  können  und  an  Krämpfen  gelitten.  Achtzehn  Jahre  habe  sie  im
Bette  liegen  müssen:  denn  alle  ärztlichen  Mittel,  deren  viele  angewandt
worden  feien,  hätten  ihr  keine  Hülse  gebracht.
Präs.:  „Und  Sie  sind  in  Marpingen  plötzlich  geheilt  worden?.'*
Pf  eifer:  „Ja".
Präs.:  „Konnten  Sie  plötzlich  Stunden  weit  zu  Fuß  gehen?"'
Pfeifer:  „Das  nicht  gleich.  Ich  spürte  sofort  nur  die  Wiederkehr
  der  Kräfte,  auch  konnte  ich,  als  ich  es  versuchte,  schon  ein  wenig,
gehen.  Mit  jedem  folgenden  Tage  wurde  es  besser,  so  daß  ich  jetzt
wieder  gut  gehen  kann.  Besonders  aber  wurde  ich  in  Marpingen  von
den  großen  Schmerzen,  welche  ich  bis  dahin  hatte,  plötzlich  befreit."'
Es  wird  nun  der  Sachverständige  Dr.  D  o  i  n  e  t,  Arzt  aus  Kirchberg,
  vernommen.
Präs.:  „Haben  Sie  die  vorvernommene  Zeugin  früher  behandelt?'
Sie  hat  uns  gesagt,  sie  habe  18  Jahre  zu  Bette  gelegen."
Doinet  hat  ihr  nur  ein  einziges  Rezept  verschrieben  i.  I.  1867”
oder  1868.
Präs.:  „An  welcher  Krankheit  hat  die  Person  gelitten?"
            
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