Volltext: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

75 
Schmitt: „Ja, das fei ein Mädchen von Bliesen gewesen, das 
habe sie instruirt. Wie der Herr Dr. Strauß weggegangen war, hat 
die Gleichen keine Ruhe gehabt; sie hat mir erzählt, Dr. Strauß habe 
ihr gesagt, sie solle die Mutter Gottes fragen. Aber sie wisse schon, was 
die Mutter Gottes sagen werde; dieselbe komme heute Abend; sie thue 
beten, daß sie komme. Ich sagte: „„Dann brauchst Du ja nicht zu beten, 
und wenn Du weist, was sie sagt, brauhst Du nicht zu fragen."" Gret- 
cheu sagte: „„Ich trage doch."" Dann habe ich mich mit der Gretchen 
zu Belte gelegt. Es war V-11 vorbei und ich war noch wach, ich habe 
mich nicht gefürchtet, es war mir doch unheimlich. Die Kunz hat ge¬ 
schlafen und ist nicht aufgewacht." 
Präs.: „Haben Sie ihr das nicht vorgehalten?" 
Schmitt: Ja ich habe es ihr vorgehalten, da hat sie sich fast vor 
mir niedergewoifen und hat mich angefleht, ich sollte es doch glauben, 
daß die Mutter Gottes ihr erschienen sei; ich habe gesagt: „Ich glaube 
es nicht!" da hat sie gesagt, „Dir kann man nichts weis machen, Du 
bist nicht so dumm, wie die dummen Herren." 
Verth. Simons und Bachem bitten, die Zeugin zu fragen, ob 
sie die Kinder erst kennen gelernt, nachdem sie mit betn Geheimpolizisten 
von Meersch.-Hüllessem zusammen gekommen siien. 
S ch in i t t: „Ehe die Kinder mit dem Baron kamen, habe i ch s i e 
nicht ge kann t." 
Vertheid. Bachem: „Alle heute vernommenen Zeugen 
stimmen darin überein, das; sie die Kinder erst kennen gelernt, nach¬ 
dem zuvor der Geheimpolizist v. Hüll. mit ihnen zusammen gekommen war." 
Präs, zu der Schmitt: „Hat die Kunz später noch einmal gesagt, 
was sie eigentlich gesehen habe?" 
Schmitt: „Ja, ich sollte aber das Versprechen geben, es nicht 
weiter zu sagen. Es war lauter Unsinn, es war lauter Trug. Ich habe 
Dich zu gern, als daß ich Dich belügen könnte. Dann hat sie mir noch 
etwas gesagt, ich entsinne mich dessen nicht mehr. Von ihrer Mutter 
hat sie nicht viel gesagt, hat aber nicht gerne gehabt, daß ich ihre Mutter 
in den Mund nahm; dann hat sie einmal gesagt: „Ach, meine 
Mutter, ach meine Mutter." 
Präs.: „In den Akten steht noch: „„Meine Mutter weis; wohl, 
warum ich so sage."" 
Schmitt: „Ja, das hat sie gesagt." 
6*
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.