Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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gesagt,  jetzt  wolle  sie  ihm  streiken;  ein  lljähriges  Mädchen  härte  zn
ihr  gesagt,  sie  solle  am  2.  Tage  wieder  hingehen  und  solle  nachsehen
und  sagen,  die  Erscheinung  habe  gesagt,  sie  sei  die  unbefleckte  Empfangene,
wir  sollten  beten  und  es  sollte  eine  Kapelle  gebaut  iv.nden;  die  Frarr
sei  einmal  blau,  einmal  weiß  und  einmal  goldig  gekleidet  gewesen;  wir
sollten  arrch  sagen,  wir  hätten  auch  Engel  gesehen,  die  hätten  zum  Theil
Flügel,  zum  Theil  keine  gehabt  und  die  wären  zum  Theil  blau,  zum
Theil  weis;  und  goldig  gewesen."  Ferner  schreibt  die  Kunz,  „sie  habe
auch  sehr  Heimweh  nach  ihm,  er  solle  nach  Weihnachten  kommen.  Dann
folgen  die  Namen:  Marg.  Kunz,  Anna  Susann«  Leist  unb  Katharina
Hubertus,  letztere  beiden  Namen  sind  durchstrichen;  ferner  schreibt  sie,
wenn  sie  das  Mädchen  sähe,  würde  sie  es  wiedererkennen,  sie  sei  einmal
  hinter  ihrem  Hause  hergegangen  und  habe  sie  nicht  finden  können,
sie  habe  auch  das  Mädchen  gefragt,  ob  das  kleine  Halls  ihr  sei  und  da
habe  sie  „Ja"  gesagt;  auch  habe  dieselbe  gesagt,  sie  (die  Kunz)  brauche
es  nicht  umsonst  zu  thun,  sie  werde  ihren  Lohn  bekomnien.  Der
Brief  schließt  mit  den  Worten:  „Lieber  Herr  Baron,  ich  will  Ihnen
schreiben,  die  Leist  sagte  iinmer  zu  mir  „„Ich  würde  immer  alles  verredcn
  und  in  Ungelegenheiten  bringen"",  Marg.  Kunz."
Präs.:  „Der  Brief  trägt  kein  Datum,  (zur  Zeugin)  der  Brief  wurde
in  Ihrer  Anwesenheit  geschrieben.  Sie  sagen,  daß  die  Klinz  ihn  geschrieben?"

Schmitt:  „Ja."
Präs.:  „Ist  er  vor  der  Reise  geschrieben,  welche  die  Kunz  mit
Dr.  Strauß  gemacht  hat?"
Schmitt:  „Ja."
Assessor  Kleber  bemerkt,  das  Kind  habe  bestritten,  düsen
Brief  geschrieben  zu  haben.
Präs.  zur  Zeugin  Schmitt:  „Was  hat  die  Kunz  Ihnen  mitgetheilt
  außer  dem  Briefe?"
Schmitt:  „Als  der  Baron  fort  war,  da  erst  hat  sich  die  Gretchen
an  mich  geschmiegt;  sie  hat  immer  gesagt,  sie  habe  dem  Baron  die
ganze  Wahrheit  geschrieben;  dann  sagte  sie  mir,  sie  habe  eine  weiße
Frau  im  Walde  gesehen,  die  habe  ein  Leintuch  angehabt,  daran  habe
man  kein  Ende  gesehen."
Präs.:  „Hat  sie  Ihnen  die  Geschichte  mit  dem  Mädchen  erzählt,,
das  sie  verleitet  haben  soll?"
            
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