Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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wer  ihnen  das  Alles  eingegeben  hätte,  wer  der  Anstifter  gewesen,
sei.  Er  habe  der  Sache  keinen  Werth  beigelegt;  später  habe  ihm  Frau
Riemer  gesagt,  dab  diese  Unterredung  am  Tage  zuvor  gewesen,  ehe  der
Brief  an  Pastor  Neur.  geschrieben  worden  sei.
Dr.  T  h  ö  m  e  s  fragt,  „ob  der  Zeuge  die  Kinder  gesehen  habe  vor
deren  Zusammentreffen  mit  Dr.  Merscheidt-Hüllessem."
Zeuge:  „Nein".
Emma  Walter,  14  I.  alt.  In  den  Akten  ist  ein  verkehrtes  Alter
angegeben,  danach  mühte  die  Zeugin  jetzt  15  I.  alt  sein;  sie  kann  nicht
vereidigt  werden.
Präs.:  „Haben  Sie  einmal  vor  der  Reise  des  Dr.  Straus;  mit
der  Kunz  gehört,  das;  Jemand  von  den  Verwandten  mit  der  Kunz  ge«
sprachen  hat?"
Walter:  „Ja,  die  Frau  Kunz  hat  zur  Margaretha  Kunz  gesagt
wenn  sie  vor  Gericht  käme,  sollte  sie  nur  so  sagen  wie  sie  früher  gesagt  hätte,
Präs.:  „War  das  Frau  Kunz  die  da  sitzt?"
Walter:  „Ja."
Präs.:  „Erinnern  Sie  sich  genau,  der  Worte,  die  Frau  Kunz  dem
Kinde  zugerufen:  „es  soll  sagen,  wie  es  gesagt  hätte,  wie  früher?"
Walter:  „Ja,  wie  früher."
Präs.:  „Hat  die  Frau  Kunz  nicht  dazumal  einen  Schirm  in  der
Anstalt  stehen  lassen?"
Walter:  „Ja,  ich  habe  ihn  der  Frau  Kunz  nachgebracht."
Präs.:  „Wo  fanden  Sie  Frau  Kunz?"
Walter:  „Ja,  ich  bin  ihr  nachgelaufen,  ich  traf  sie  vor  Uhrmacher
Meiser.  Die  Frau  hat  sich  umgeguckt,  ob  Niemand  sie  sähe,  und  hat
zu  mir  gesagt,  ich  soll  zum  Gretchen  allein  sagen,  wenn's  vor  Gericht
käme,  dann  soü's  so  sagen,  wie  es  immer  gesagt  hätte."
Präs.:  „Haben  Sie  einen  Zettel  im  Bette  der  Kunz  gefunden?"
Walter:  „Ich  habe  2  Zettel  gefunden;  als  ich  den  ersten  fand
unb  lesen  wollte,  hat  ihn  die  Kunz  mir  aus  der  Hand  gerissen  und  in's
Feuer  geworfen  ;  w  o  ich  den  Zettel  gefunden,  weist  ich  nicht  genau,  ich
glaube,  in  der  Stube,  wo  wir  sind.  Die  Ueberschrist  lautete:  „Liebe
Mutter."
Präs.:  „Wie  war  es  m't  dem  zweiten  Zettel?"
Walter:  „Den  habe  ich  im  Belte  gefunden.."
Präs.:  „Es  ist  das  der  Zettel?"
            
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