Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Walde  ein  Mädchen  mit  einem  Tuche  gesehen  lind  am  folgernden  Tag
von  einem  Mädchen  den  Rath  erhalten  häilen,  ;u  sagen,  sie  hätten  eine
Erscheinung  gesehen  :c.  —  Am  26.  November  kam  die  Frau  Kunz  mit
der  Frau  Leist  und  fragte  mich,  ob  sie  mit  ihrer  Tochter  sprechen  könnte;
ich  verneinte.  Dann  fragte  sie,  ob  sie  dieselbe  einmal  sehen  könnte;  ich
rief  das  Mädchen,  es  erschien  am  Fenster  und  mit  demselben  noch  ein  anderes
Mädchen  Namens  Emma  Walter.  Nun  sagte  Frau  Kunz:  „Wie  geht  es  dir?"
—  ,,„O,  ganz  gut"",  sagte  Marg.  Kunz.  Nun  sah  Frau  Kunz  um,  ob
wohl  Jemand  da  sei,  der  sie  belauschen  könnte;  dann  sah  sie  mich  an
und  sagte  zur  Marg.:  „Höre,  wenn  du  noch  mal  vor  Gericht  kömmst,
so  sage,  wie  du  das  erste  Mal  gesagt  hast!"  Ich  sagte:  „„Haben  Sie
sonst  nichts  zu  sagen,  dann  geh-n  Sie.""  Zwei  Tage  später,  am  28..
kam  ein  kleiner  Mann  auf  den  Hof  lind  gab  sich  als  Vormund  der  Kunz
an.  Er  fragte,  ob  er  die  Kunz  sprechen  könne;  ich  sagte:  „Nein".  Er
fragte,  ob  er  auch  dieselbe  nicht  sehen  könne.  „Ja.  am  Fenster",  sagte
ich.  Er  sagte  zur  ihr:  „„Wenn  du  wieder  vor  G  richt  kommst,  sollst
du  so  aussagen,  wie  du  das  erste  Mal  ausgesagt  hast.""
Präs.:  „Sind  das  sämmtliche  Vorfälle  oder  ist  noch  etwas  vorgekommen?"

Der  Zeuge  berichtet  noch,  das;  Dr.  Straus;  die  Marg.  Kunz  nach
Marpingen  geführt  und  daß  das  Mädchen  demselben  gegenüber  alles
widerrufen  habe.
Präs.:  „Erinnern  Sie  sich,  ob  der  -Herr  Präsident  Schorn  die
Kinder  hat  sehen  wollen?"
Zeuge:  „Ja."  (Von  Herrn  Schorn  liegt'ein  ärztliches  Attest
vor,  wonach  er  verhindert  ist,  gu  erscheinen.)  Der  Herr  Schorn  sprach
zuerst  mit  einem  Kinde,  nachher  kamen  die  andern  noch  dazu.  Er  sagte:
„„Sage,  mein  Kind,  was  hast  Du  denn  gesehen?""  Da  sagte  die  Kunz:
„„Ich  habe  „neuscht"  (nichts)  gesehen.""  —  „„Du  hast  aber  so  und  so
gesprochen!""  —  „„Ja.  ich  habe  aber  neuscht  gesehen.""
Präs.:  „Frau  Kunz,  kommen  Sie  mal  vor;  Sie  haben  das  Kind
sprechen  und  sehen  wollen,  haben  es  in  einer  Entfernung  gesehen  und
gesagt,  wenn  es  vor  Gericht  komme,  soll  Ihre  Tochter  sagen,  wie  sie
das  erste  Mal  gesagt  habe."
Frau  K  u  nz:  „Das  habe  ich  nicht  gesagt,  ich  habe  gesagt:  ,,„S  a  g  e
die  Wahrheit!""  -
Frau  Riemer:  „Sie  hat  gesagt:  „„Sage  wie  Du  immer  gesagt
            
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