Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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betrachten  als  Jemand,  welcher  selbständig  handeln  darf,  und  nur  zu
handeln  im  Aufträge  des  Untersuchungsrichters  und  nach  Rücksprache
mit  diesem?"
Zeuge:  „Ja,  das  ist  richtig."
Präs.:  „Das  genügt,  um  Ihre  Stellung  zur  Sache  zu  kennzeichnen.
Wollen  Sie  uns  nun  sagen,  was  Sie  ermittelt  haben:  Sie  traten  auf
unter  dem  Namen  James  Marlow.  Es  ist  außerhalb  des  Interesses
der  Verhandlung,  uns  weiter  aus  diesen  Namen  einzulassen."
Zeuge:  „Herr  Präsident,  auf  Einzelheiten  mich  einzulassen,  würde
mir  nicht  gut  möglich  sein."
Präs.:  „Wollen  Sie  uns  im  Allgemeinen  ein  Bild  der  Sache
geben?"
Zeuge:  „Ich  ging  zunächst  zu  einem  der  Mädchen,  zu  der  kleinen
Kunz;  dieselbe  war,  ich  glaube  an  demselben  Tage,  vom  Hrn.  Untersuchungsrichter
  vernommen  worden,  und  zwar  zuerst  in  Mp:  Sie  lies;
hierbei  schon  etwas  ab  von  ihren  früheren  Aussagen,  z.  B.  betreffs  der
Erscheinung  des  Teufels  und  der  Taube.  Der  Untersuchungsrichter
nahm  das  Kind  mit  nach  St.  Wendel  und  sehte  die  Vernehmung  fort.
Ich  habe  weitere  Vernehmungen  angestellt,  sie  strich  eines  nach  den;
andern  Lind  hat  zuletzt  vollständig  widerrufen,  wie  das  Protokoll  ergibt.
Ich  habe  schließlich  auch  alle  drei  Kinder  verhört,  die  Kunz  stellte  sich
nun  vor  die  übrigen  hin  und  drohte:  „„Saget  nur  die  vollständige
Wahrheit!""  Sie  widerriefen  jetzt,  überhaupt  etwas  gesehen  oder  Fragen
an  die  Mutter  Gottes  gestellt  zu  haben.  Ich  samt  mich  genau  nicht
mehr  darauf  besinnen."
Präs.:  „Das  wäre  also  Alles  erfunden.  Haben  nun  die  Kinder
zugegeben,  ein  Mädchen,  aus  dem  Dorfe  habe  ihnen  gesagt,  so  und  s  o
sollten  sie  sagen,  so  und  so  sollten  sie  die  Fragen  stellen?"
Zeuge:  „Ich  besinne  mich  dessen  nicht  mehr  genau."
Präs.:  „Ich  weiß  nicht,  m  wie  weit  es  nothwendig  ist,  von  der
einen  oder  andern  Seite  die  Sache  int  Detail  aufzuklären.  Ich  habe
aus  dem  Munde  des  Hrn.  Pastor  Neureuter  bereits  eine  Bemerkung
gehört,  die  dahin  geht,  auf  das,  was  Zeuge  Hüllessem  sagt,  darauf  sei
nichts  zu  geben.  Nun,  Hr.  H.  ist  Kriminalkommissar  und  weiß,  daß
er  in  dieser  Stellung  mancherlei  Angriffen  ausgesetzt  ist.  Ich  denke,
er  wird  mit  Ruhe  das  ertragen,  was  anderen  nicht  so  leicht  ist;  das
liegt  in  seiner  Stellung.  Der  Zeuge  ist  gewissermaßen  verdächtigt.
            
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