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bitten Dicke an die Redaktion der Herz-Märia-Blüten (adh. U. fol. 15)
vom 14. September 1876 gewahrt, in welchem Dicke die Redaktion auffordert,
vor der V röffentlichnng der von ihm verfaßten Briefe sich um
die Erlaubniß des Pfarrers Renrenter, dessen Wünsche ihm Befehl seien
zu bemühen;
daß sich bei einer im Redaktionslokale der .Germanin' zu Berlin
abgehaltenen Haussuchung Abschriften einer Reihe von Eingaben an
Behörden zc. fanden, welche theils von der Hand des Neureuter geschrieben,
theils mit Notizen von dessen Hand versehen waren;
daß im Pfarrhause des Neureuter sowohl von Dicke wie von Dr.
Thümes schriftliche Erklärungen von Zeugen über die marpinger Ereignisse,
und zwar zum Theil in Anwesenheit des Neureuter, aufgenommen
wurden)
daß solche Aufzeichnungen, welche nach den in Beschlag g'nommenen
Briefen theils zum Zwecke von beabsichtigten Civilprozessen, theils zu
Informationen für den Abgeordneten Windthorst (Meppen) und so weiter
dienen sollten, dem Beschuldigten Neureclter nicht fremd waren, da einzelne
Zeugen bekundeten, daß sie die zu Protokoll genommenen Erklärungen
schon vorher mündlich dem Neureuter mitgetheilt hätten;
daß Neureuter den Vikar Dicke veranlaßte, die Gräsin Spee zu
Speldorf, welcher er Mittheilungen über die marpinger Ereignisse machte
und marpinger Wasser übermittelte, zn besuchen; daß der Beschuldigte
ferner dem Pfarrer Wolf zn Neuforweiler, wenn auch nicht persönlich,
doch durch einen von ihm besorgten Mann marpinger Wasser verschaffte;
daß endlich Neureuler auch durch Artikel in der Presse unter seiner
Namensunterschrift, wie zum Beispiel durch Brief vom 21. Juli 1876
in der .Saarzeitung', vom 18 Dezember 1876 in der .Germania' und
vom 11. September 1877 in der ,L-aarzeitung' (I 128, VIII 441a, VII
318b) seinen Glauben an die Wunder aussprach und einen Widerruf
Seitens der Kinder ableugnete;
daß namentlich der letztere Brief so recht klar die große Bedeutung
der Thätigkeit des zc. Neureuier für die thatsächliche Verbreitung des
Glaubens an die behaupteten Erscheinungen und der damit verbundenen
Täuschung erweist, indem dessen Erklärung: „Von der Realität und
dem göttlichen Ursprünge der Erscheinungen der drei ersten Rinder bin
ich vollständig überzeugt; für die Erscheinungen anderer Kinder, sei es
in Marpingen oder Berschweiler oder anderswo Hube ich noch keine
Bürgschaft, sondern Mißtrauen" — ausreichte, den Glauben an die Erscheinungen
der letzteren Rinder im Publikum völlig zu zerstören, während
der Glaube an die Erscheinungen der drei ersten Kinder bestehen blieb;
in Erwägung, daß nun weiter zu prüfen ist, ob der Pastor Neureuter
diese thatsächliche Unterstützung des Wunderschwindels wider
besseres Wissen oder bona fide, das heißt, als selbst Getäuschter, unternahm
;
daß es zunächst auffällig erscheint, daß der Beschuldigte Neureuter
am 14. Juli 1876 dem Regierungspräsidenten v. Wolfs gegenüber den