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ad Vlll. In Erwägung sodann, den Beschuldigten Neureuter,
Pfarrer zu Marpingen, betreffend;
daß derselbe zunächst jede thatsächliche Beförderung des Glaubens
an die Wundererscheinungen in Abrede zu stellen versuchte, indem er gleich
Anfangs als für sein Verhalten den Satz maaßgebend erklärte: „Ist es
Gottes Werk, damr wird es bestehen, ist es Menschenwerk, dann wird
es im Sande verrinnen", — cfr. vol. I. fol. 7 und 26—;
daß, so sehr auch der Beschuldigte sich bemüht, diese reservirte
Haltung auch für die Folge für sich in Anspruch zu nehmen, doch die
Untersuchung und die Verhandlungen das Resultat geliefert haben, daß
thatsächlich grade er es war, welcher dem Glauben an der Kinder
Wundererzählungen die größte Stütze und weiteste Annahme verschaffte;
daß Neureuter, als er, von einer Reise zurückgekehrt, am 5. Juli
1876 von der Sache Kenntniß erhielt, am folgenden Morgen von den
fraglichen Kindern sich ihre Wahrnehmungen erzählen ließ und demnächst
sie aufforderte, fromm zu beten;
_ daß der Beschuldigte noch am selben Morgen dem Vater Hubertus.
(Beschuldigter VI) auf dessen Angabe, die Mutter Gottes verlange eine
Kapelle von Stein, bemerkte, dazu gehöre viel Geld, worauf alsbald an
der sogenannten Gnadensteüe erhebliche Geldopsergesammelt wurden, über
deren Verbleib Bestimmtes festzustellen nicht gelungen ist;
daß sodann Neureuter schon am 12. Juli 1876, während er doch
damals und auch später dem Pastor Eich resp. Domkapitular de Lorenzi
und Scheeben schrieb, sie möchten kommen und helfen und Rath ertheilen,
er habe bisher eine vollständige Ueberzeugung sich nicht verschaffen können,
für die drei fraglichen Kinder ein Hochamt celebrirte resp., wie es in
seinen Notizen heißt: „Den 12. Juli durch ein Hochamt inaugurirt";
daß, wenn auch der Beschuldigte behauptet, daß nur die Mütter der
Kinder, welche die-Messe bestellt, und wohl auch die Kinder von der
Intention der Messe allein Kenntniß gehabt, er sich doch vernünftiger
Weise sagen mußte, daß diese von einer so außergewöhnlichen Sache, da
es wegen der Erscheinungen geschah, Anderen Mittheilung machen würden,
und daß dann, wie es auch in den Broschüren dargestellt wird, die Mitglieder
der Pfarrei und Pilger zum fraglichen Hochamte besonders herbeiströmen
würden;
daß dadurch aber die Bedeutung der Kinder in ihren eigenen Augen,
wie auch für Dritte, eine ganz andere, der Ausbreitung der Täuschung
höchst günstige wurde;
daß Neureuter auch alsbald über die Vorgänge in Marpingen Notizen
sammelte, welche er dm Schriftstellern Dicke, Dr. ^hömes, Cramer u. s. w.
zugänglich machte;
daß auf diese Notizen und aus mündliche Mittheilungen des Neureuter
nach Angabe d r erwähnten Schriftsteller zum Theil die Darstellungen
in ihren Broschüren beruhen; -
daß einen tiefen Blick über die Bedeutung des Neureuter für die 1
Veröffentlichungen in der Presse über Marpingen ein Brief des Beschul¬