Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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das;  so  etwas  erzählt  werde:  auch  in  Marpingen  wurde  diese  Geschichte
allgemein  erzählt  und  als  wahr  geglaubt."
Beschuldigter  erklärt  weiter  aus  Befragen,  Wasser  von  der  Marpinger
  Quelle  an  Andere  versandt  zu  haben.
Präs.:  „Warum  haben  Sie  denn,  wie  sich  aus  den  Akten  ergibt,
dem  Redakteur  der  .Mariäblüthen'  geschrieben,  ein  bezüglicher  Artikel
von  Ihnen  dürfe  nicht  ohne  Genehmigung  Neur.'s  veröffentlicht  werden?
Ist  denn  Neur.  so  autoritativ  Ihnen  gegenüber  in  dieser  SacheV
Dicke:  „Durchaus  nicht.  Neureuter  halte  sich  die  größte  Reserve
aufgelegt,  und  die  ganze  Sache  brachte  ihm  die  verschiedensten  Bedenken
in  Bezug  auf  das,  was  ani  besten  sei:  hinsichtlich  der  Veröffentlichung
schrieb  er  mir:  „„Hemmschuh"".
Präs.:  „Nun  aber  die  Leufelsgeschichte?  Sie  haben  ja  einen
französischen  Geistlichen  uni  sein  Urtheil  in  der  Sache  gebeten.  Der
Mann  warnte  Sie,  es  könnte  Schwindel  sein:  auch  im  Elsaß  hätten
sich  derartige  Erscheinungen  nachher  als  Lag  und  Trug  erwiesen."
Dicke:  „Dies  steht  in  dem  Briese  des  betr.  Geistlichen  durchaus
nicht."
Präs.:  „Der  Brief  wird  später  verlesen  werden."
Dicke:  „Ich  bitte,  ihn  zur  thatsächlichen  Richtigstellung  schon  jetzt
zu  verlesen."
Bachem:  Die  sofortige  Verlesung  des  Brieses  sei  wünschenswerth
  zur  thatsächlichen  Richtigstellung:  ebenso  bitte  er  um  Verlesung
des  Briefes  an  den  Redakteur  der.Mariäblüthen':  was  hier  gesprochen
werde,  gelange  in  die  Oeffentlichkeit,  und  die  gewünschten  Richtigstellungen
seien  nothwendig,  damit  die  Außenwelt  nicht  ein  falsches  Bild
der  Sachlage  erhalte.
Der  Ergänzungsrichter  verliest  die  beiden  Briefe.
Bachem  bemerkt  zu  dem  Briese  an  den  Redakteur,  es  ergebe  sich
daraus,  daß  Dicke  es  nur  als  seine  persönliche  Auffassung  dem  Adressäten
  hingestellt  habe,  es  müsse  Neur.  deßhalb  um  die  Erlaubniß  zur
Veröffentlichung  ersucht  werden,  weil  dieser  sich  sehr  reservirt  halte;
aus  dem  andern  Briefe  ergebe  sich,  daß  der  französische  Geistliche,
P.  Cotelat  aus  Lourdes,  durchaus  nicht  vor  dem  Glauben  an  die
Wirklichkeit  der  Marpinger  Erscheinungen  gewarnt,  daß  er  sich  vielmehr
des  Urtheils  darüber  enthalten  habe;  aus  beiden  Briefen  könne  man
vernünftiger  Weise  weder  gegen  Neur.  noch  gegen  Dicke  Etwas  folgern.
            
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