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ist, ich habe gar nichts gesehen, ich habe alles gelogen!" bekräftigte, während
niemals zur Bewahrheitung der früher behaupteten Erscheinungen
irgend welche sakramentale Form von dem Kinde gewählt wurde;
das; endlich die Kunz der durchaus glaubwürdigen, dainals ^jährigen
Zeugin Lina Schmidt, an welche sie sich trotz Altersunterschiedes
vertraulich anzuschließen bestrebt war, wiederholt Geständnisse in ähnlicher
Weise ablegte;
daß diese Geständnisse, ohne welche, wie oben ausgeführt wurde,
sonstige konkludente Beweise einer Seitens derKinder geübten Täuschung
schon in genügender Weise vorliegen, anfangs nur einzelne der behaupteten
Erscheinungen als unwahr und erfunden bezeichneten, schließlich
aber bis zum vollständigsten Widerrrif einer jeden wunderbaren Erscheinung
sich steigerten;
daß in Folge des Widerrufes der Kunz demnächst auch die beiden
anderen Kinder Leist und Hubertus ihre früheren Erklärungen als auwahr
zurückzogen und diese Geständnisse dann festgehalten wurden, bis
Dr. Strauß Ende November 387G mit der Margaretha Kunz zum
Zwecke der Untersuchung eine dienstliche R^ise^ nach Marpingen uuternahm
und das Kind nach einer vom Zeugen Ltrauß drastisch geschilderten
Szene mit seiner Bkutter wieder zu den ursprünglichen Angaben
über die Wnndererscheinungen zurückkehrte;
daß eine psychologische Erklärung dieses Vorganges keine Schwierigkeiten
bieten kann;
daß nämlich bei der Unterstellung, daß die Kinder wahrheitswidrig
die Erscheinungen erdichtet, nothwendig im Laufe der Untersuchung die
Frage aufgeworfen werden mußte und aufgeworfen wurde, wie sie zu
solchen Lügen gekommen, und daß dann die Sorge der rc. Kunz, sei es
für ihre Mutter, sei es für andere von ihr geliebte Personen, wie sie
sich schon vorher in Fragen: „Wenn ich die Wahrheit sage, kann dann
auch meiner Mutter nichts geschehen?" rc. kundgaben, leicht dazu führte,,
dritte, nicht zu ermittelnde Personen als Anstifter zu bezeichnen;
daß nun auch die Kunz bald ein unbekanntes Mädchen aus dem
Unterdorfe, bald ein Mädchen aus Bliesen, bald, und zwar vor der
Reise des Dr. Strauß, ein Mädchen aus dem Eickenwalde der Anstiftung,
bezichtigte;
daß dann Dr. Strauß die Knuz während seiner Reise behufs Ermittlung
des Mädchens aus dem Eulenwalde zu Marpingen in das
Haus der Mutter Kunz gebracht hat, ohne leider zu verhindern, daß
das Kind, vielleicht heimlicher Weise, mit der Mutter und Schwester
Rücksprache nahm;
daß demnächst Zeuge Strauß die Mutter Kunz frug: „Können Sie
es ertragen, wenn ich JhnenZsage, daß Ihr Kind Sie getäuscht hat?" —
und hierdurch konvulsivisches Zucken und, wie Zeuge meint, einen ungeheuren,
nie gesehenen Schmerz der Mutter hervorrief;
daß das Kmd angesichts dieses erschütternden Austrittes anfangs
dennoch durch deutliches Nicken sein dem Dr. L-tcauß abgelegtes Be-