Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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daß  sie  ferner  wiederholt  den  h.  Geist  in  Gestalt  einer  Taube  gesehen
  zu  haben  vargeben  lind  dabei  eme  ¡Stimme  aus  der  Höhe  die
Worte  sprechen  hörten:  „Dieser  ist  mein  geliebter  Sohn,  an  welchem  ich
mein  Wohlgefallen  habe"  ;
das;  die  Kunz  bezüglich  einer  der  letzteren  Erscheinungen  dem  stellvertretenden
  Untersuchungsrichter  Gartzen  ausdrücklich  bemerkte,  die  Taube
habe  dainals  nicht  über  Maria  und  dein  Jesnkinde,  sondern  über  dem
kleinen  Nikolaus  Leist,  einem  Bruder  der  Susanna  Leist,  geschwebt,  daß
im  September  1876,  speziell  am  6.  und  7.  September  gedachten  Jahres
und  später  die  Kinder  auch  Teufelserscheinungen  wahrgenommen  haben
wollen,  das;  ihnen  bald  der  Teufel  als  gehörnter  schwarzer  Mann,  bald
als  widerlicher  Bock,  bald  die  Maria  mit  dem  Kinde  nachäffend  erschienen
  und  ihnen  gesagt  haben  soll,  bald,  er  sei  das  liebe  Jesuskind,
bald,  sie  möchten  ihn  anbeten,  dann  wolle  er  die  Kohlen  tu  Brod  verwandeln,
  oder  dann  wolle  er  ihnen  Königreiche  geben  rc.  ;
das;  bei  diesen  angeblichen  Teufelserscheinungen  auch  wiederholt
Maria  mit  dem  Kinde  zugleich  erschienen  sei,  daß  namentlich  eine  Erscheinung
  des  Teufels,  wie  sie  in  einer  Art  Protokoll  von  dem  Geistlichen
  Cramer  genau  geschildert  uub  von  der  Kunz  als  richtig  anerkannt
wird  (cf.  adhib.  II.  sol.  L2  ff.  &  adhib.  Vili.  sol.  449  ff.)  charakteristisch
  erscheint;
das;  nämlich  nach  dieser  Schilderung  die  Kinder  am  7.  September
1876  den  Teufel  in  der  Wohnung  de)  setz:  verstorbenen  Orts  Vorstehers
Fuchs  sahen  und  vor  ihm  sich  fürchteten  und  verstecken  ivollten,  bis  dann
auch  Maria  erschien  uub  ihnen  jede  Furcht  benahm;
daß  sie  auf  Aufforderung  Maria's,  den  Bösen  mit  Weihwasser  zu
besprengen,  ihn  zu  schlagen  uird  zu  treten.  einen  Stiefel  ergriffen,  auf
den  Teufel  einschlugen  und  ihn  zum  Hause  hinaustrieben,  daß  darauf
der  Teufel  gebeten  habe:  „Laßt  mich  hinein,  ich  werde  kalt,  ich  werde
naß  (es  regnete)",  was  von  den  Kindern  mit  dem  Bemerken  beantwortet
wurde:  „Gehe  in  die  Hölle,  darin  hast  du  warm",  daß  auch  eins  der
Kinder  dem  Teufel  ein  Stück  Apfel  hinausgeworfen,  was  dieser  milden
Worten:  „es  ist  ein  Wurm  darin"  abgelehnt  habe  und  worauf  ihm  das
Kind  ein  anderes  Stück  Apfel  gegeben  habe;
daß  nach  der  obenerwähnten  Vorhersage  der  Muttergottes  die  Kind;  r
wirklich  am  3.  September  1877  die  letzte  Erscheinung  gesehen  haben
wollen,  welche  von  ihnen  schied  mit  den  Worten  :  „Betet  viel"  ;
In  Erwägung,  daß  bei  der  Beurtheilung  der  vorgeschilderten  angeblichen
  Erscheinungen  zunächst  der  Geoanke,  es  könne  sich  dabei  um  Hallucinationen
  der  Kinder  handeln,  ausgeschlossen  werden  muß,  da  nach
den  überemstimmenden  ärztlichen  Gutachten  die  Kinder  körperlich  und
geistig  gesund  befunden  wurden,  die  Hallucination  aber  auf  einem  durch
Nervenerkrankung  oder  mindestens  Nervenüberreizung  beruhenden  pathologischen
  Vorgänge  im  Gehirn  des  Menschen  zurückzuführen  ist,  daher  die
Gehörs-  und  Gesichtstäuschungen  nothwendig  vollständig  subjektiv  bei
dem  einzelnen  Menschen  hervortrete;;  müssen;
            
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