Volltext: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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den sei; daß diese alleinstehende Aussage lediglich eine Unterstützung 
gefunden hat in der Erklärung des Vaters derselben, des Gendarmen 
Birkenfeld, welcher die obigen Worte gleich nach dem Vorfalle von seiner 
Tochter erfahren haben will, das; dagegen eine Reihe von Belaffungs- 
wie Schutzzeugen die von Eich gebrauchten Worte im Einklang mit 
dessen eigener Angabe dahin referiren: „Hütet euch, ihr Leute, vor jeder 
Unordnung, damit unsere Feinde gegen uns nichts zu sagen haben!" — 
das; in dieser letzterwähnten Aeußerung, welche als Ergebniß der Be¬ 
weiserhebung anzunehmen ist, die Kriterien des in § J10 des Straf¬ 
gesetzbuches enthaltenen Vergehens nicht gefunden werden können und 
daher rc. Eich von dieser Beschuldigung freizusprechen ist; 
ad 11. In Erwägung sodann zu der gegen den Kommunalsörster 
Altmeyer erhobenen Beschuldigung des Vergehens gegen § 116 des 
'Strafgesetzbuchs, daß der Härtelwald und speziell auch die betreffende 
Stelle desselben zum Forstschutzbezi.k des Beschuldigten gehört, daß, 
wenn auch nun nicht angenommen werden könnte, daß dem Beschuldigten 
wegen seiner amtlichen Qualität ein Recht zugestanden hätte, nach einer 
von der zuständigen Behörde an die auf öffentlichem Platze versammelte 
Menschenmenge gerichteten dreimaligen Aufforderung, sich zu entfernen, 
trotz der Aufforderung am Platze zu verbleiben, doch immerhin der 
Beschuldigte sich, wenn auch irriger Weise, die Befngniß zu ve> bleiben 
zuschreiben niochte und in diesem Falle demselben der nach § 116 erfor¬ 
derliche Dolus gefehlt hat, das; abgesehen hiervon aber auch ein Beweis 
dafür nicht vorliegt, daß Förster Altmeyer am Morgen des 13. Juli 
1876 bei der von dem Kreissekretär Besser ausgegangenen gesetzlichen 
Aufforderung wirklich zugegen gewesen ist oder von derselben Kenntnis 
erlangt habe, daß daher dessen Verweilen im Härtelwalde zu einer spä¬ 
teren Zeit nicht unter die Strafbestimmung des § 116 des Strafgesetz¬ 
buchs fällt und mithin Altmeyer freizusprechen ist; 
ad. 111—XXI. In Erwägung zu den gegen die übrigen Beschuldig¬ 
ten erhobenen Beschuldigungen des Betrugs resp. der wissentlichen Hül¬ 
feleistung zum Betrüge, day für die Thathandlungeu dieser Beschuldig¬ 
ten die von den Kindern Margarethe Kunz, Susanna Leist und Katha¬ 
rina Hubertus behaupteten Wundererscheinungen die Grundlage bilden, 
daß daher zunächst eine genaue Prüfung in Betreff der angeblichen 
Erscheinungen vorgenommen werden muß, und ferner zu prüfen ist, in 
wiefern bei den Kindern, welche selbst ihres jugendlichen Alters wegen 
strafrechtlich nicht verfolgt werden können, die Kriterien des Betruges 
zutreffen, da wenigstens subsidiarisch gegen alle Beschuldigte sub 111— 
XXI die Beschuldigung, wissentlich durch That zu dem von den gedach¬ 
ten Kindern verübten Betrüge Hülfe geleistet zu haben, festgehalten 
wird; 
In Erwägling, daß nab Angabe der obengenannten achtjährigen 
Kinder, wie durch die Verhandlungen festgestellt worden ist, dieselben am 
3. Juli 1876 im Härtelwalde eine weiße Frau mit einem weißen Kinde 
auf dem Arm gesehen haben wollen, vor welcher sie erschreckt geflohen.
	        

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