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Thömes als seine Lehrer bezeichnet hat, wäre nur zu wünschen, das; er
sich der gleichen Genauigkeit hinsichtlich der Zeitgeschichie befleißigte.
Was nun insonderheit den Pfarrer Neureuler anbetriffi, der, wie
Eingangs angedeutet, gewiß sehr gegen seinen Willen durch ein Zusammentreffen
eigenthümlicher Umstände in den Vordergrund oder richtiger
in den Mittelpunkt dieser schwierigen Verhältnisse sich gestellt fand, io
hat sein Auftreten in der That der Devise entsprochen, welche er zur
Richtschnur genommen: „Ist es Gotleswerk, so wird es bestehen, ist es
aber Menschenwerk, so wird es vergehen." An den ersten kritischen
Tagen ist er in Marpingen nicht anwesend; »ach seiner Rückkunft betragt
er natürlich die Kinder und ermahnt sie zur Wahrheit, hält sich
aber im Uebrigcn vollständig reservirt, vermeidet es sogar, in den Wald
zu gehen, obwohl ihm das viele seiner Pfairkinder gewiß verübelt haben.
Den Nachbarpiarrer Eich bittet er um Rath; wir haben gehört, in
welch' verständiger Weise dieser ertheilt und auch alsbald durch den
Raihgeber in seinem ersten Theile praktisch bestätigt wird. Aus seiner
zuwartenden Stellung ist Neureuter nicht herausgetreten. Daß er eine
Messe mit der Intention las, es möge Gott in dieser S.-che alles zum
Besten wenden, daran kann doch nur die ärgste Voreingenommenhnt
Anstoß nehmen; das war durchaus korrekt vom Standpunkte des katholischen
Priesters gehandelt. Ebenso hat die Vernehmung des Zeugen
Arnold; ergeben, daß die Darreichung der Wegzehrung an die Marg.
Kunz mit allen begleitenden Umständen nicht das mindeste Ungewöhnliche
enthielt, vielmehr den allgemeinen kirchlichen Vorschriften und der speziellen
Observanz in der Diözese Trier durchaus entsprach. Offizielle Schritte
konnte der Beschuldigte nicht thun, wohl aber hat er sich mit dem frühern
Generalvikar de Lorenzi und dem Professor Scherben in's Benehmen
gesetzt. Aus das Aeußerste wurde dem Pfarrer seine Aufgabe erschwert
durch das Auftreten der Verwaltungsbehörden. Er fand sich gewissermaßen
unter Polizei-Aufsicht gestellt, auf Schritt und Tritt beobachtet,
jede seiner Handlungen der'Mißdeutung ausgesetzt, weil man ja in ihm
den „Macher" vermuthete.
Den Behörden, mit welchen Hr. Neureuter es zu thun hatte, genügte
aber die Reserve nicht: sie verlangten ein Mehreres. Um es
ihnen recht zu machen, hätte der Pfarrer erklären müssen: „Liebe Leute,
Marien-Erscheinungen sind überhaupt Schwindel, jedenfalls aber gehören
die von den drei Kindern behaupteten Erscheinungen in diese Kategorie."
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