Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Präs.:  (Den  Beschuldigten  unterbrechend)  Die  Kinder  haben  wieder
erzählt,  was  in  der  Bibel  steht,  vom  gehörnten  Teufel  rc.  dann  soll  ja
einmal  nach  dem  Teufel  mit  einem  Stiesel  geworfen  worden  sein.
N  e  ur.:  Mir  sind  diese  Teufelssachen  selbst  bedenklich  vorgekommen,
aber  ich  habe  nicht  geglaubt,  das;  die  Kinder  lügen.
Präs.:  Die  Heilung  einer  Krankheit  ist  nur  dann  ein  Wunder,
wenn  letztere  unheilbar  gewesen  ist:  nach  dem  Pabst  Benedikt  XIV.
darf  auch  nicht  ein  Rückfall  in  die  Krankheit  stattfinden:  haben  Sie
die  Fälle  geprüft?
Neur.:  „Ja,  z.  B.  die  Heilung  der  Marg.  Kirsch;  diese  Heilung  ist
1)  eine  plötzliche  gewesen,  2)  war-"
Präs,  (ihn  unterbrechend):  Dis  Kranke  war  nicht  ärztlich  behandelt
  worden,  also  fehlt  ein  zu  einem  Wunder  erforderliche  Umstand.
Sie  sind  im  Gehalte  gesperrt,  haben  also  nicht  die  Loyalitäts-Erklärung
  abgegeben;  Sie  haben  nur  72  gestiftete  Messen;  hatten  Sie  auch
vor  diesen  Marpinger  Vorgängen  außer  diesen  gestifteten  Messen  noch
8tip6nckia  manualia  (gelegentlich  einfach  bestellte  Messen)  zu  lesen?
N.:  Gewiß  und  zwar  so  viele,  daß  ich  sie  nicht  alle  lesen  konnte:
ich  habe  deren  an  den  Pastor  Hörsch  in  Daun  und  den  Garuisonspfarrer
Beitzeler  in  Mainz  abgegeben.  Ich  bekam  früher  auch  schon  >nal  Stipendien
  zu  4  oder  10  soviel  geben  mir  reiche  Leute  oft.
Pr.:  Die  Pfarrgemeinde  hat  4000  JL  für  die  Restauration  der
Kirche  ausgegeben!
R.:  Wir  haben  immer  restaurirt,  wenn  auch  immer  nicht  eben
so  viel.
P  r.:  Die  Vorfälle  haben  einen  d  e  m  o  r  a  l  i  s  i  r  e  n  d  e  n,  verderblichen
  Einfluß  ausgeübt:  14  Konkurrenzkinder  sind  ausgestanden:  in
Gappenach  bei  Coblenz  kam  Betrug  vor:  die  Pfarrkiuder  unterlassen
ihre  gewöhnliche  Beschäftigung.
N.:  Bei  dem  großen  Fremdenandrang  waren  die  Marpinger
genöthigt,  die  Fremden  zu  beherbergen.
Pr.:  Die  unsittlichen  Vorgänge  in  Berschweiler  sind  Folgen  der
Marpinger  Ereignisse.
N.:  Wie  so  denn  Folgen?
P  r.:  Sie  werden  hören,  was  die  Marpinger  für  Leute  sind.  Die
Kinder  haben  widerrufen;  viele  Bestrafungen  sind  vorgekommen.
.  Oberprokurator  verliest  die  Fälle  von  Bestrafungen,  welche
            
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