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Medaillen mit der Aufschrift „Marpingen" bestellt morden seien, es
keinem Zweifel unterliegen könnte, daß die Sache angestiftet sei. Nun
hören wir aber, was der Zeuge Ney in seiner allerersten Vernehmung
gesagt hat: Ende Mai oder Juni erklärte mir ein Händler, erhübe
schon i. 1.1844 bei der Ausstellung des h. Rockes in Trier so gute Geschäfte gemacht,
1870 habe er mit Denkmünzen gehandelt, und jetzt, dadieLeute
alle nach Mary. liefen, denke er-wieder ein Geschäft zu machen.
M. H., wenn man ein Datum der Bestellung begehrt so war das
doch sicher ein gutes Datum, insofern es jedenfalls nach dem 3. Juli
war, daß die Bestellung gemacht wurde, und ich meine in der That,
daß dieses so einleuchtend war, daß man davon Abstand hätte nehmen
können, der Sache weiter nachzugehen. Dann muß ich auch noch einen
anderen Punkt erwähnen: den mit dem Marienbilde, welches der Pastor
Neur. gemalt hat. Den Herren, die die Akten nicht gelesen haben,
möchte die Sache unbekannt sein. Sie wissen, das; der Beschuldigte
Maler ist und ein Marienbild gemalt hat, und es ist vermuthet worden,
daß dies die Darstellung gewesen, welche den Kindern bei ihren Aussagen
vorgeschwebt habe. Man hat geglaubt, das Bild sei aus der Kirche
weggenommen und den Kindern zur Verfügung gestellt worden: es ist
aber in Düsseldorf umgemalt worden, und bei diesen Untersuchungen
hat es sich herausgestellt, daß Neur. dieses Bild im Jahre 1870 bis
71 gemalt hat, und daß auf seine Veranlassung, als die Marpinger
Krieger unverletzt aus dem Kriege zurückgekommen sind, dieses Gemälde
als Votivbild für die glückliche Errettung aufgehängt worden ist. Ich
glaube, das ist ein besseres Zeugniß, das auf Thatsachen basirt, als
wenn der Geheimpolizist von Berlin kommt und ein so absprechendes
Urtheil über die Franzosenfreundlichkeit der Marpinger in die Welt setzt.
Was die Anstiftung angeht,, so muß ich noch bemerken, daß mau
eine Zeit lang angenommen hat, die Lehrerin Audr« sei diejenige gewesen
, welche die Mutter Gottes dargestellt habe; dies ist vom öffentlichen
Ministerium nicht aufrechterhalten worden, da es auf einem Umstande
basirte, welcher sich als unhaltbar erwieien hat. Ich muß noch
Eins anführen; es ist nämlich der Vorfall, welcher ein eigenthümliches
Licht auf den Pastor Schneider werfen soll, das; nämlich einzelne Briefe
im Strohsacke eines Bettes gefunden worden sind. Sie haben die Aufklärung
der Zeugin gehört, welche die Briefe offenliegend vorfand und sie
während der Haussuchung im Strohsacke verbarg; man hat nun Werth