Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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„sieht  aus  Dich,  Du  mußt  Dir  Ueberzeugung  von  der  Sache  verschaffen,
„Du  mußt  die  Kinder  sprechen,  und  vorzüglich  mußt  Du  dafür  sorgen,
„daß  keine  Unordnungen  passiren,  das  würde  den  Parteien  die  frohe
„Gelegenheit  geben,  alles  Mögliche  daran  anzuknüpfen.  Darum  wollen
„wir  mit  dem  Einen  gleich  beginnen  und  an  Ort  und  Stelle  gehen."
Neureuter  ist  nicht  mit  gegangen.  Eich  ist  in  dieser  Idee  an  Ort  und
Stelle  gekommen,  findet  dort  4—5  Tausend  Menschen,  alle  Leute  sehen
auf  ihn;  er  ist  der  erste  Geistliche,  der  sich  dort  einfindet,  die  Polizei
sogar  macht  ihm  Platz  und  er  tritt  vor,  findet  sich  aber  dort  vor  der
Menschenmenge,  die  von  ihm  erwartet,  daß  er  dort  ipreche  und  irgend
eine  Erklärung  mache.  Er  war  in  Verlegenheit  imb  wußte  nicht,  was
er  thun  sollte:  er  findet  eine  betende  Menge  vor,  er  hat  sich  derselben
angeschlossen  und  mitgebetet;  darin  kann  man  doch  kein  Unrecht  finden,
daß  er  da  mitbetete:  inan  könnte  es  vielleicht  ein  Verlegenheitsgebet
nennen.  Er  fragte  sich,  was  er  sagen  solle,  und  hat  zum  Schlüsse  eine
Erklärung  abgegeben,  die  ganz  übereinstimmt  mit  dem  Gespräche,  was
er  mit  Pastor  Neureuter  gehabt  halte.  Er  hat  den  Leuten  denselben
Gedanken  wiederholt:  Jedenfalls  müsse  dafür  gesorgt  werden,  daß  keine
Unordnungen  vorkämen,  weil  die  Feinde,  seien  es  politische  oder  Feinde
de§  Glaubens,  es  nur  zu  sehr  aufgreifen  würden,  wenn  etwas  Derartiges
  vorkommen  sollte.  Ich  habe  diese  Einlassung  des  Beschuldigten
ausführlich  gegeben,  weil  sie  mir  so  natürlich  erscheint  und  man  bedauerlicher
  Weise  trotzdem  den  Geistlichen  so  wenig  Vertrauen  geschenkt  hat.
Nach  Beseitigung  dieser  einleitendeu  Beschuldigungen  komme  ich  in
woäiuL  res  zu  der  Beschuldigung  des  Betrugs.  Es  geht  für  Jeden,
der  die  Akten  kennt,  daraus  hervor,  daß  man  immer  daraus  bedacht
war  und^das  Ziel  zu  erreichen  suchte,  daß  man  den  ausfindig  mache,
der  die  Vorfälle  im  Härtelwalde  angestiftet  hat.  Nun  glaube  ich,  daß
wir  Alle  darüber  einverstanden  sind,  daß  die  Verhandlungen  feine
Momente  dafür  ergeben  haben,  daß  diese  Vorfälle  in  der  That  angestiftet
worden  find.  Man  wird  -  mir  vielmehr  beipflichten,  daß  nach  dieser
14tügigen  Verhandlung  dieser  Gedanke  fern  liegen  muß  und  die  Annahme
  ganz  ausgeschlossen,  daß  eine  Anstiftung  der  ganzen  Sache,  sei
es  von  diesen  Beschuldigten,  sei  es  von  andern  Personeil,  geschehen  ist.
Trotzdem  hat  man  aber  einen  darauf  bezüglichen  Vorfall  wieder  in  die
Beweisaufnahme  hineingebracht,  ich  meine  den  Vorfall  mit  den  Medaillen.
Es  ist  ja  richtig,  wenn  bewiesen  worden,  daß  schon  vor  dein  3.  Juli
            
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