Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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bewiesen  ist.  Ich  behaupte  aber,  daß  auch  in  der  Voruntersuchung  nichts
mehr  bewiesen  und  zu  konstiren  schien.  Ich  muß  weiter  bemerken,  daß
dieser  Beschutdigte  Allmeyer  7  Wochen  in  Untersuchungshaft  gesissen
und  seit  dem  Ende  Okt.  1876  von  seinem  Amte  suSpendirt  worden  und
bis  zum  heutigen  Tage  suspendirt  ist  und  nur  die  Hälfte  seines  Gehaltes
  bezogen  hat.  Der  Mann  hat  seit  dem  Jahre  1876  nichts  bezogen
als  95  Pfennige  täglich  und  damit  seine  Familie,  welche  aus  6  Personen
  besteht,  ernähren  muffen.  Das  ist  es,  waS  vorzüglich  den  Fall
Altmeyer  betrifft.  Was  sodann  den  andern  Fall  mit  Pastor  Eich  angeht,
  so  liegt  die  Sache  ganz  ähnlich.  Nach  der  Voruntersuchung  basirt
die  Anklage  nur  auf  der  Aussage  der  eidesunmündigen  Tochter  des  Gensdarmen
  Bnkenfeld.  Sie  haben  gehört,  das;  diese  Zeugin  diese  ihre  Aussage
  nicht  aufrecht  erhallen  hat.  Nach  Allssage  der  andern  Zeugen,  die
klar  wiedergeben,  was  Pastor  Eich  dort  gesagt  hat,  sagte  er  nur  Folgendes:
  „Ihr  liebelt  Leute,  nehmt  Euch  in  Acht,  hütet  Euch,  daß  keine
Unordnungen  vorkommen,  beim  unsere  Feinde  würden  nur  zu  froh  sein,
wenn  etwas  Derartiges  passirte  und  dann  die  Handhabe  zu  weiteren
Maßnahmen  geben  würde."  Ich  kann  nicht  Unterlasten,  daraus  hinzuweisen,
  wie  sehr  diese  Erklärung  und  Aufklärung  übereinstimmt  mit  den
Erklärungen  und  Auslassungen,  welche  der  Beschuldigte  selbst  geg.-üen
halte,  wie  natürlich  und  wahrscheinlich  diese  Auslassungen  in  sich  waren.
  Sie  hören  von  Pastor  Eich,  wie  Neur-  ihm  geschrieben,  die  Sache
nähme  Dimensionen  an,  die  er  nicht  erwartet  habe,  er  wäre  in  Verlegenheit,
  er  möge  kommen  und  helfen.  Gleich  kam  Eich  nicht,  einige
Tage  später  kam  er  zu  Neur.,  welchen  er  bei  dem  Pfarrer  von  Alsweiler
  traf.  Ich  benutze  die  Gelegenheit,  um  in  Parenthese  darauf  hinzuweisen,
  daß  keilt  Widerspruch  gefunden  werden  kann  bezüglich  der  Aussage
  Reur's.  und  der  Darstellung  des  Pfarrers  Eich.  Neur.  hat  gesagt:
„er  kam  an  dem  Tage  unaufgefordert"  ;  das  ist  wohl  verträglich  mit
sem,  was  Pastor  Eich  gesagt,  es  habe  irämlich  zwar  Pastor  Neur.  ihm
geschrieben,  aber  daß  er  an  dem  Tage  gekommen,  sei  zufällig  gewesen,
da  er  sich  nämlich  auf  dem  Wege  nach  St.  Wendel  befunden,  um  sich
an  den  Rhein  zu  begeben,  wo  der  Pfarrer  seines  Heimathsortes  gestorben
  war.  Ich  lege  Werth  darauf,  daß  auch  nicht  der  allerkleinste
  Widerspruch  gesunden  werde  zwischen  den  Aussagen  der
Geistlichen.
Pastor  Eich  kam  und  sagte:  „Du  mußt  Stellring  nehmen,  man
            
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