Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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uub  wie  er  häufig  nicht  in  den  Dingen  klar  war,  die  hier  zur  Verhandlung
  gekommen  sind,  und  auch  sonst,  wie  er  selbst  seine  Vertheidigung
  veranlaßte,  Bemerkungen  zu  machen,  er  müsse  ruhig  sein,  sonst
müsse  sie  seine  Vertheidigung  niederlegen.  Indessen  scheint  es  mir  jedenfalls
  klar,  daß  der  Beschuldigte  Dr.  Thömes  nicht  immer  mit  klarem
Blick  in  die  Sache  hineingeschaut  hat.  Es  mag  ihm  zu  Gute  kommen,
daß  er  der  sehr  aufgeregte  und  nervöse  Mann  ist,  der  im  Uebrigen  gewiß
  an  und  für  sich  das  Beste  gewollt  hat.  Indessen,  m.  H.,  kann  ich
doch  nicht  in  der  gegenwärtigen  Sache  die  gute  Absicht  annehmen.  Auch
hier  bin  ich  der  Meinung.  daß  auch  gegen  Dr.  Thömes  die  mala  tides
in  gleicher  Weise  bewiesen  ist.  Er  kommt  unmittelbar  nach  der  Erscheinung
  nach  Marp.  hin,  er  nimmt  eine  Reihe  von  Verhandlungen  auf
und  schickt  dieselben  an  die,Germania'  ein.  So  viel  ich  mich  erinnere,
waren  es  17  Artikel  in  der  Zeit  vom  5.  bis  30.  September.  Er  wurde
damals  in  Untersuchung  gezogen,  weil  man  der  Meinung  war,  daß  er
in  autoritativer  Form  ohne  amtliche  Stellung  Protokolle  aufgenommen
habe:  allein  diese  Thathandlung  konnte  man  ihm  nicht  zur  Last  legen,
weil  die  Protokolle  nicht  in  amtlicher  Absicht  gemacht  waren.  Jedoch
müssen  diese  Verhandlungen  auch  bei  der  Beurtheilung  des  ihm  zur  Last
gelegten  Betruges  mitreleviren.  Wir  hören  also,  daß  er  in  derselben
Weise,  wie  Dicke,  Kenntniß  von  dem  Briese  des  Paters  Catolat  hatte,
lind  auch  über  das  Andere,  was  mitgetheilt  worden  ist.  Er  wurde  vor
dem  Untersuchungsrichter  konstituirt,  und  von  Kleber  wurde  ihm  nun
ebenfalls  mitgetheilt,  daß  die  Kinder  ihre  Aussagen  widerrufen  hätten.
Der  Untersuchungsrichter  sagte  ausdrücklich,  daß  er  ihm  mitgetheilt,
in  welcher  Weise  die  Kinder  die  Aussagen  widerrllsen  hätten.  Thömes
sagte  uns  freilich,  daß  Kleber  das  am  Schlüsse  der  Vernehmung  gethan  habe,
er  sagte,  daß  ist  gleichsam  zwischen  Thür  und  Angel  vor  sich  gegangen;
Kleber  sagt,  er  habe  es  ihm  vollkommen  mitgetheilt,  von  einer  Mittheilung
  zwischen  Thür  und  Angel  könne  nicht  die  Rede  sein.  Trotzdem
erscheinen  die  Blätter  fort,  trotzdem  erscheint  seine  Schrift,  betitelt:
„Unsere  liebe  Frau  von  Marpingen",  und  später  erschien  die  zweite
Auflage  davon,  und  finde  ich  trotz  der  ihm  gemachten  Mittheilungen
darin  noch  dieselben  Momente,  die  auch  gegen  Dicke  sprechen.  Es  werden
auch  Thatsachen  vorgebraht,  die  ebenfalls  unwahr  sind,  so  die  Sache
mit  den  Pferden.  Es  ehrt  gewiß  das  Herz  des  Hrn.  Dr.  Thömes,  daß
er  hier  in  der  Sitzung  den  Kaufmann  Fischer  (geradeso  wie  Dicke  es  that)
            
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